Zwei Länder, zwei alte Anwesen, ein Problem. Was tun mit der historischen Anlage? Ihren ursprünglichen Zweck hatten beide lange verloren und standen größtenteils leer, statt Menschen hielt Verfall Einzug in den einst belebten Mauern – Schloss Kapfenburg bei Lauchheim und das französische Kloster Royaumont in der Nähe von Paris.
Während die ehemalige Deutschordensfeste Schloss Kapfenburg immerhin unzerstört blieb, diente Royaumont nach der Französischen Revolution stellenweise sogar als Steinbruch für eine Fabrik. Die Ruinen der Abteikirche erinnern bis heute daran, der Rest ist in diesem Fall zwar auch Geschichte, hauptsächlich jedoch Musik.
Denn heute beherbergen beide Orte Kulturzentren, beide sind Heimat privater Stiftungen, die sich der Musik und allem voran der Förderung junger Musiker verschrieben haben. So proben auf Schloss Kapfenburg Orchester und Chöre von Musikschulen, allgemeinbildenden Schulen und Vereinen, es ist der Stammsitz der Jungen Philharmonie und des Jungen Kammerchors Ostwürttemberg. In Royaumont finden junge Musiker ein Zuhause, die bereits eine Laufbahn zum Profi eingeschlagen haben und dort ihre Studien vertiefen, Kontakte knüpfen und sich austauschen können.
Beide Einrichtungen werden von öffentlichen Partnern und Privatpersonen gefördert; zu 100 Prozent lässt sich die Finanzierung der kulturellen Aktivitäten durch diese Gelder jedoch von keiner der Stiftungen aufstellen. Daher betreiben die Häuser zusätzlich Restaurants und stellen die Räumlichkeiten für Feiern und Tagungen zur Verfügung. Ein Konzept das funktioniert – und verbindet. Ende September ist eine Delegation aus Frankreich für drei Tage Gast auf Schloss Kapfenburg. Unter ihnen auch Mitglieder des Barockensembles „Le Caravansérail“. Denn dieses hat seinen Ursprung in Royaumont: die Musiker sind ehemalige Stipendiaten. Das Ensemble gibt im Rahmen seines Aufenthalts am Donnerstag, 20. September, 19.30 Uhr, ein Konzert auf Schloss Kapfenburg. Auf dem Programm stehen unter anderem Suiten von François Couperins und Jean-Philippe Rameau.
Hergestellt wurde der Kontakt zwischen den Stiftungen von Irmgard Heller. Die ehemalige Leiterin der Musikschule Aalen setzt sich seit Jahrzehnten für die kulturelle Förderung in Deutschland und Frankreich ein.
Info: Karten sind unter Fon +49 7363 96 18 17, auf www.schloss-kapfenburg.de und an allen CTS-Vorverkaufsstellen erhältlich.
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