Denn die Stücke der drei großen Bs der klassischen Musik „gehen immer“.Und die Kompositionen von Debussy und Arvo Pärt „sind außerordentlich“. Allesamt Bestseller.So hat zumindest die Cellistin Cosima Regina Federle diese Begriffswahl dem Publikum im ausverkauften Thronsaal charmant erklärt.
Wie sie sich zusammen mit dem Klarinettisten Adam Ambarzumjan und Jonas Haffner am Flügel durch dieses weit gespannte Programm gespielt hat, war ein interpretatorischer Bestseller. Ob Ludwig van Beethovens „Trio B-Dur für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 112“ zu Beginn, oder das „Trio a-Moll für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 114 von Johannes Brahms haben die jungen Solisten mit einer erfrischenden Leichtigkeit dargeboten.
Selbst in Arvo Pärts „Mozart-Adagio“, eigentlich eine „Trauermusik“, wie Jonas Haffner erläutert, bringen sie die Wehmut zum Leuchten. Der estnische Komponist, der vor 20 Jahren mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd ausgezeichnet worden ist, hat sich dazu von einer Mozartsonate inspirieren lassen.
Mit Beethoven, Brahms und Pärt zeigen die Drei, wie gut sie zusammen harmonieren. Johann Sebastian Bach und Claude Debussy geben ihnen Gelegenheit, ihr herausragendes solistisches Format zu zeigen. Die Cellistin hat sich für den langsamen Satz „Allemande“ und die etwas flottere „Gigue“ aus Bachs „Suite für Violoncello solo Nr. 6 BWV 1013“ entschieden. Weil diese „ganz besonders aus dem Innersten von Bachs Seele“ kämen. Beseelt hat Cosima Regina Federle diese Komposition ihrem Publikum nahegebracht. Sie ist wegen ihrer ausgedehnten Kantilenen für die Interpretin reich an Risiken. Kein Problem für Federle.
Adam Ambarzumjan und Jonas Haffner setzen mit der sperrigen „Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier“ von Claude Debussy aus dem französischen Impressionismus einen Gegenpol zum barocken Bach. „Ungewöhnliche Farben“ verspricht der Bläser. Mal mit dem dünnen, mal mit dem dicken Pinsel aufgetragen. Lasierende Töne und wuchtige Pinselstriche, dynamisch ausgefeilt, prägen denn auch im wieder perfekten Zusammenspiel das Stück.
Für das abschließende Brahms-Trio wählt der Klarinettist ein zu dessen harmonischem Duktus mit vielen melancholisch dunklen Elementen auch ein dunkler klingendes Instrument. Exzellent die Zwiesprache mit dem sonoren Cello. So schön kann dunkel sein.
Für den großen Beifall und die mit Pralinen zur Landesgartenschau gefüllten Geschenkpackungen, die ihnen „Stiftsbund“-Geschäftsführer Dr. Richard Krombholz überreicht, bedankt sich das Trio mit einem „Lied ohne Worte“ von Mendelssohn Bartholdy.
Wolfgang Nußbaumer
(31.08.2025)
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