„Wer hätte gedacht, dass sich eine solche Bagatelle derart grauenvoll entwickeln würde!“ Mit diesem Satz beginnt Jean, der Ich-Erzähler, seine Beichte. Im Jahr 1459 erschütterten tagelang brutale Pogrome das nordfranzösische Städtchen Arras. Diese historische Vorlage hat der polnische Autor Andrzej Szczypiorski in den 1970er Jahren zu einem Roman verarbeitet – und damit eine faszinierende Metapher geschaffen über Hetze und die Entstehung von Gewalt und Massenwahn.
Martin Mühleis und der Komponist Libor Síma realisieren seit Jahren gemeinsam erfolgreiche Bühnenproduktionen. Nun haben sie Szczypiorskis Romanvorlage für die Bühnen bearbeitet. Und damit Paraderollen geschaffen für zwei Schauspieler. Rüdiger Voglers Karriere ist eng mit seinen Hauptrollen in zahlreichen Wim-Wenders-Klassikern verbunden. Erfolge feierte er aber auch in internationalen Kino-Produktionen an der Seite von Weltstarts wie Romy Schneider oder Michel Piccoli. Fabian Hinrichs war festes Mitglied im Ensemble der Volksbühne Berlin, im Jahr 2010 erhielt er den begehrten Kritikerpreis „Schauspieler des Jahres“. Eine seiner bekanntesten Kino-Rollen ist die des Hans Scholl im Oscar-nominierten Spielfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“. Seit 2015 spielt er den Nürnberger „Tatort“- Kommissar Felix Voss. In der evangelischen Kirche von Gschwend verkörpert er die Figur des Jean, einst Zögling Vater Alberts, des religiösen Demagogen, in dieser fesselnden Bühnenparabel von verstörender Aktualität.
Info: Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr; Eintritt: 1. Preiskategorie: € 26,- 2. Preiskategorie: € 19 ; Schüler, Studenten, FSJler, ALG II und SCHUB-Senioren: € 5,- (gegen Vorlage eines gültigen Ausweises)
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