Vor drei Jahren hat der Schauspieler das Musikwinter-Publikum mit einer 20-stündigen ungekürzten Lesung von Homers „Odyssee“ tief berührt. Sie gilt als idealer Einstieg in das Homer´sche Schaffen. Obwohl sie nach der „Ilias“ entstanden ist, wird sie in aller Regel zuerst gelesen. Die „Ilias“ aber ist die Krönung. Ihr zentrales Thema ist der Zorn, der innerhalb des nur 51-tägigen Handlungsverlaufs immer weitere Kreise zieht und dabei Heroen wie Götter als unentrinnbares Schicksal ereilt.
Aber nicht um gelesen zu werden, wurde das Werk vom Dichter verfasst. Er hat es seinem, meist leseunkundigen, Publikum mündlich vorgetragen – und bis heute entfaltet sich der Rhythmus der Jambenform erst wirklich, wenn die Reime gesprochen werden. So ist es ein Glücksfall, dieses Epos in seiner Urform zu erleben, vorgetragen von einem der besten Rezitatoren der Gegenwart. In einem 22-stündigen Parforceritt wird Christian Brückner dieses Zorngedicht an vier Tagen im Gschwender bilderhaus lesen – in der von der Kritik gefeierten, ungekürzten Neu-Übersetzung des Schweizer Altphilologen Kurt Steinmann.
Christian Brückner wurde am 02. Oktober 2018 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Ein Ausnahmekünstler, dem es wie keinem anderen gelingt, auf der Bühne große Literatur zu vermitteln. Er zelebriert Literatur nicht, er taucht in sie ein, lässt sie aus sich heraus klingen. Lesungen von ihm sind Unikate eines Bühnen-Solitärs.
Programmablauf:
Do., 30.05.19:
Teil I) 16.00 – 18.30 Uhr
Teil II) 20.00 – 22.00 Uhr
Fr., 31.05.19:
Teil III) 16.00 – 19.00 Uhr
Teil IV) 20.00 – 23.00 Uhr
Sa, 01.06.19:
Teil V) 11.00 – 12.30 Uhr
Teil VI) 14.00 – 16.00 Uhr
Teil VII) 17.00 – 19.00 Uhr
Teil VIII) 20.00 – 22.00 Uhr
So, 02.06.19:
Teil IX) 11.00 – 13.00 Uhr
Teil X) 14.00 – 16.00 Uhr
Info: Eintritt: Einzel-Ticket: € 10,- Gesamtpaket: (10 Blöcke) € 50; Einlass: jeweils eine Stunde vorher; Schüler, Studenten, FSJler, ALG II und SCHUB-Senioren: € 5,- (gegen Vorlage eines gültigen Ausweises)
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