Zumindest im Programm ihres Sommerprojekts. Gemeinsam mit ihrem Dirigenten Uwe Renz haben sich die jungen Musikerinnen und Musiker Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Pietro Mascagni, Alexander Borodin, Jean Sibelius und Antonin Dvorák ausgesucht.
Also keine Scheu vor großen Namen. Das spricht für das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein der rund 60 Orchestermitglieder. Seit vergangenen Donnerstag proben sie die Stücke. „Mit großem Eifer“, wie Uwe Renz lobt. Immerhin opfern sie ihre Freizeit. Wobei von „opfern“ keine Rede sein kann. Denn gibt es etwas Schöneres, als gemeinsam Musik zu machen? „Man merkt schon, da blüht etwas auf“, meint Bernhard Schwarz vom Orchestermanagement bei der Vorstellung des Projekts bescheiden an.
Dessen Funktion stellt der Dirigent gleich ins rechte Licht: „Ohne die unglaubliche Arbeit des Orchestermanagements würde nichts laufen“. Schließlich muss man erst einen gemeinsamen Termin finden und dann noch die weit verstreuten JPO-Mitglieder kontakten. Es gebe hie und da Probleme, die man halt lösen müsse, gibt Schwarz ziemlich unaufgeregt zu verstehen.
Die Musici schätzen vor allem das Gemeinschaftserlebnis. Sie verstehen sich als ein „Orchester der Region“ und nicht der 14 Musikschulen, wie der Leiter der Internationalen Musikschulakademie, Moritz von Woellwarth, beschreibt. Viele kennen sich, freuen sich auf das Wiedersehen. Kein Problem, die „Neuen“ zu integrieren. Sie werden von den Musikschulen vorgeschlagen und müssen bei zwei Probespielen ihre Qualifikation beweisen. Als deren Ergebnis ist das jüngste Mitglied zwölf Jahre alt – und spielt Horn.
Damit steht die mit diversen „Jugend musiziert“-Preisträgern gespickte Mannschaft für ein anspruchsvolles Programm. Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zu Victor Hugos Schauspiel „Ruy Bas“ verlangt von den Streichern hohes Tempo, wie Renz erläutert. Eine Erholung von den flitzenden Bogen bietet Mascagnis „Intermezzo“ aus der Oper „Cavalleria Rusticana“. Das ruhige Stücke setzt zum Gelingen allerdings „viel innere Spannung“ voraus. Der russische Chemieprofessor und kompositorische Autodidakt Alexander Borodin hat mit seiner „Steppenskizze aus Mittelasien“ ebenfalls ein stimmungsvolles Werk geschrieben, das die Fantasie beflügelt. Die Tondichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius gilt mit ihren hymnischen Melodien als inoffizielle Nationalhymne des Landes. Die JPO spielt sie rein orchestral. Falls Finnen im Publikum seien, könne es schon sein, dass sie aufstünden und mitsingen würden, schmunzelt Renz.
Das Schwergewicht des Programms intoniert das Orchester nach der Pause. Die 8. Sinfonie von Antonin Dvorák. Sie stellt nach den Worten von Renz „höchste Anforderungen“. Belohnt das Publikum indes auch mit einer Fülle schönster Melodien und erfrischender Leichtigkeit. Sie muss bis zum Ende der Probenwoche am Freitag noch hart erarbeitet werden. Der Orchesterleiter ist sich jedoch sicher: „Ich denke, wir werden das gut hinbringen“. Weil seine Truppe „mit Leidenschaft“ bei der musikalischen Sache sei.
Darin ist sich auch der Vorsitzende des Trägervereins, Landrat Dr. Joachim Bläse sicher. Er freut sich auf die Musik, die einen in schwierigen Zeiten auf andere Gedanken bringen kann.
Info: Der JPO-Geschäftsführerin Ines Mangold-Walter war der Hinweis wichtig, dass es an der Abendkasse der Konzerte in Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd noch Karten gibt.
Wolfgang Nußbaumer
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