
Kurz und knapp, pointiert und hautnah dran – so hat sich am Mittwoch ein Ensemble des Naturtheaters Heidenheim vor der Ellwanger Basilika beim „Sommer in der Stadt“ mit der Mundart-Pop-up-Oper „Nau bens hald i“ präsentiert. Bei strahlendem Sonnenschein ließ das kleine Stück über den von dem Bariton Florian Götz mit großer Empathie verkörperten Königsbronner Widerstandskämpfer Georg Elser die über 100 Zuschauerinnen und Zuschauer frösteln. Begleitet von Akkordeon und Trommelschlag hat das Trio zusammen mit dem Sänger gezeigt, wohin Wegsehen und mangelnde Zivilcourage einst geführt haben und heute wieder führen könnten. Viel haben sie nicht gebraucht an Requisiten. Eine martialische Mütze symbolisiert 3. Reich und Krieg. Dazu Stechschritt und Schläger, mit denen der aufmüpfige Schreinergeselle niedergeknüppelt wird. Nach dem Krieg funktioniert die Verdrängung in fröhlicher Runde. Immerhin keimt so viel Bewusstsein des vergangenen Unrechts auf, dass Georg Elser ein Denkmal gewidmet wird. Doch der bleibt skeptisch. Zivilcourage muss jeder für sich selbst zeigen, und in kauf nehmen, dabei allein zu sein. „Nau bens hald i“ eben.
-uss
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