Gelegenheit genug also, sich faszinieren zu lassen von einer Ausstellung, die den realen wie den virtuellen Raum und deren künstlerische Möglichkeiten und Grenzen auslotet.
Dabei setzt Kuratorin Heidi Hahn mit großem Erfolg einmal mehr darauf, eine Ausstellung nicht einfach einem Thema folgend zu konzipieren, sondern auf 1100 m² mit rund 40 Künstlerinnen, Künstlern und Künstlergruppen aus 14 Ländern ein Gesamtwerk zu schaffen, das der Besucher „durchlebt“, in dem sich Kunst und Technik, Virtualität und Realität mischen: Hier das Ölgemälde, dort das UFO. Räume, die da zu sein scheinen, aber es nicht sind. Hier von Menschen Geschaffenes, dort der Roboter als Künstler. Damit stellt SPACES die Doppelfrage: Wo verlaufen die Grenzen eines Raumes? Und wo jene der Kunst im 21. Jahrhundert?
Entsprechend beschäftigt sich SPACES mit dem RAUM als begrenzte, als menschgeschaffene Fläche, als natürlicher Raum bis hin zum Weltraum, über den Gedanken-Raum zum Traum-Raum, vom Diesseits ins Jenseits, über optische Täuschungen und Licht-Räume schließlich zum Raum in unserem Kopf und hin zum virtuellen Raum, dem Cyber-Space, von analog zu digital.
Keine Frage, dies alles bietet genug Raum für großartige Kunst, große Künstler, überraschende Momente, eindrückliche Installationen: Ob Jeongmoon Chois „Begehbare Zeichnung“, „Dreamland“ des Japaners Mirai Mizue, Tim Berresheims großformatige Arbeiten, die via Augmented Reality nochmals neue Aspekte offenbaren, Sebastian Schraders „Hüllen“, Enrik Hüpedens „Linien-Spiel“, Stefan Bircheneders „Fake“-Räume, Margaret Marquardts Lichtraum oder der (T)Raum der Wonderbras. Knapp über „Deep in Space“ von Susanne Kircher-Liner und nur knapp neben dem „Badezimmer“ von Tine Pockels offeriert Anne Pincus „Swimming with Medusa“.
Und oben im zweiten Stock ist ein Roboter stetig dabei, Bilder von der Marsoberfläche zu zeichnen. Den findet man allerdings nicht, wenn man den „Aufzug“ nimmt. Besser ist, durch den „Raum im Kopf“ zu schlüpfen. Gleich über den „Fleischlichen Verhausungen“ von Simone Fezer. Und selbige wiederum befinden sich dicht bei Marc Rygroks „Ufo“. Da ist man dann schon mitten im Weltraum: Spock, R2D2 und K3PO sowie Patricia Wallers „Space Couple“ lassen grüßen. Und damit erklärt sich auch, warum außen im Hof, gleich neben Stefan Rohrers „Goggomobil“ Parkplatzschilder angebracht sind, die eindeutig für Besucher aus anderen „Welt-Räumen“ sind.
Info: Letzte Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung ist am 19. September ab 15 Uhr bei der Finissage. Ab 15.30 Uhr führt Kuratorin Heidi Hahn ein letztes Mal durch die Ausstellung. Bis 19. September gelten folgende Öffnungszeiten: samstags 14 – 18 Uhr, sonntags und feiertags 11 – 18 Uhr sowie am Freitag, 3. September ab 18 Uhr; www.kiss-untergroeningen.de
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