
Im Winterprogramm der Freilichtspiele Schwäbisch Hall nimmt Goethes „Faust“ eine zentrale Stellung ein. Vor Weihnachten gab es eine Tanzinterpretation des Weltstoffes, im Februar stehen zwei mutige, heutige Deutungen des wirkmächtigen Klassikers auf dem Programm: vom Rheinischen Landestheater Neuss und von Michael Miensopust aus Tübingen. „Faust@WhiteBoxX“ aus Neuss erzählt radikal und konzentriert von den zentralen Fragen der Faustfigur. Was es bedeutet, wenn man das bisherige Leben als unzureichend, ja als grundsätzlich verfehlt empfindet, wenn Bildung, Esoterik, Glauben keinen wirklichen Sinn mehr bieten, und nur ein diabolischer Pakt Rettung verheißt, ein Pakt, der nicht absehbare Verbrechen und Gemeinheiten ebenso ermöglicht, wie hohe Ideale und den Wunsch nach der reinen Liebe. Vorstellungen sind am Do., 6. Februar, um 20 Uhr, am Fr., 7. Februar, um 10 Uhr und 20 Uhr im Neuen Globe.
„Faust Fiction“ aus Tübingen trägt seinen inhaltlichen Fokus im Untertitel: Ein Faust-Roadmovie für Eilige, ziemlich frei nach Goethe. Michael Miensopust spielt sie alle: Gretchen, Frau Marthe, Mephisto, Faust. Alle Szenen, alle Konflikte, alle Ungeheuerlichkeiten, Erotik und Poesie. Dieser ideensprühende Auftritt verleiht dem schweren Stück eine bezaubernde Leichtigkeit. Frech-dreist und geistreich-verspielt zeigt er quasi eine Ideencollage: die Übermalung des literarischen Nationalhelden mit modernen ästhetischen Erfahrungen und neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung. Vorstellungen sind am Mi., 12. Februar, um 20 Uhr, Do., 13. Februar, um 10 Uhr im Neuen Globe.
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