Mit viel Gebläse nach New York

24. Feb. 2023

   Die fünf Musiker haben in der Accelerando-Reihe auf Schloss Kapfenburg vor allem Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert zum Funkeln gebracht.

   „Einen abwechslungsreichen Abend“ hatte zu Beginn Akademiedirektor Moritz von Woellwarth den rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern versprochen.  Er hatte nicht zu viel versprochen. Mit der „Dardanus Suite“ des barocken Komponisten Jean-Philippe Rameau hat das Quintett sein Programm eröffnet. Harmonischer Wohlklang im D-Zug-Tempo.

   Die beiden Trompeter Tobias Krieger und Johann Prinz, der Hornist Mathias Stelzer, Vincent Warratz auf der Posaune und Paul Schrank mit der mächtigen Tuba lieben die flotte Gangart. Auf der musikalischen Reise von Paris nach New York legen sie nur kurze Verschnaufpausen ein.

   Mit Kurt Weills in der französischen Hauptstadt entstandenem fünfsätzigem „Chansons des Quais“ hält moderne Tonsprache Einzug. Darunter ein Marsch mit französischem Charme, ein Tango mit Pariser Provenienz und eine Tanzszene mit einem Hauch „Dreigroschenoper“. Zu Letzterer passt der „Killer Tango“ des slowakischen Komponisten Sonny Kompanek, obwohl der so gar nichts Mörderisches an sich hat.

   Geistvoll drunter und drüber geht es in „Ricochet“ von Kerry Turner. Der texanische Hornist von Weltruf lässt in seinem kompositorischen Duktus höchst vergnüglich das „Blaulicht“ die „Neue Welt“ umgarnen.

   „Eine eindrucksvolle Zirkusvorstellung“ kündigt der das Programm moderierende Mathias Stelzer mit dem „Brass Quintet No. 1 Circus“ des ebenfalls in Texas geborenen Musikprofessors Clint Needham an. Clowns treten auf und ein Schlangenmensch; dieser vollendet klangmalerisch im lyrischen Sound gestopfter Instrumente.

   Mit Bart Howards Klassiker „Fly me to the moon“ und „New York, New York”, die beide durch Frank Sinatras Interpretation zu Ohrwürmern gemacht worden sind, verabschieden sich die fünf Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Ohne zwei Zugaben lässt sie das Publikum nicht von der Bühne. „Die Kaiserbluesette“ des österreichischen Trompetenvirtuosen Thomas Gansch haben sie bei der Weltausstellung in Dubai 24-mal gespielt, verrät Mathias Stelzer. Kann man gut verstehen.

 

Wolfgang Nußbaumer      

(24.02.23)            

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