Ehrlich und herzerwärmend

17. Sep. 2026

Ein ehrliches, herzerwärmendes Konzert und die perfekte Werbung für ein inklusives Miteinander hat die „Groove Inclusion“ ihren zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern bei der Landesgartenschau in Ellwangen beschert. Die rund 27 Mitglieder der Big Band der vhs Vorderes Remstal überzeugen mit zahlreichen Soul- und Jazzhits. 2026 hat die Band den „Deutschen Jazzpreis“ in der Kategorie „Musikvermittlung und Teilhabe“ gewonnen.

    Unter Leitung der Jazzprofis Hans Fickelscher (Percussion), Arne Meerwein (Saxofon) und Holger Bihr (drums) eröffnet die Band ihr Programm mit dem Salsa-Titel „Oye como va“, den „Santana“ einst zum Welthit gemacht hat.  „Bei mir bistu shein“ von Shalom Secunda gibt der Sängerin Jenny Gelegenheit, ihre große Soul-Stimme in Szene zu setzen. Aktueller denn je Oscar Petersons „Hymn for Freedom“. Und noch ein Klassiker: Lou Reeds „Walk on the wild side“.

  Die Band spielt einen Salsa-Rhythmus, zu dem einer der behinderten Musiker (r.) die passenden Schritte zeigt. (Fotos: -uss)

 Gauner sind diese Musikerinnen und Musiker im Alter von 29 bis 69 Jahren, von denen 15 eine amtlich bescheinigte Behinderung haben, bestimmt nicht. Auch wenn sie, von Fickelscher augenzwinkernd angekündigt, „Alles nur geklaut“ spielen. „Proud Mary“ darf man als Erkennungsmelodie von „CCR“ bezeichnen. „Ain’t got no, I got Life“ von Nina Simone scheint Jenny wieder auf den Leib geschrieben worden zu sein.

   Doch nicht nur sie hat Groove und Swing intus. Von den Instrumentalisten zeigen immer wieder einige ihr solistisches Können, darunter sogar eine Violinistin. In Erinnerung bleibt dem Publikum sicher ein Duett zwischen einer Trompeterin und einem richtig guten Posaunisten. Mit „Unchain my heart“ von Bobby Sharp, dessen Hit-Tauglichkeit später Ray Charles und Joe Cocker unter Beweis gestellt haben, biegt die klasse Band aus dem Unteren Remstal in die Zielgerade ein. Als Zugabe für die „Standing Ovations“ spielen die Musikerinnen und Musiker zuerst einen Song von Nina Simone, der als Motto des Konzerts gelten darf: „Feeling good“. Um dann mit dem Seelenwärmer schlechthin ihren Auftritt zu beenden: „Hallelujah“ von Leonard Cohen.

Wolfgang Nußbaumer       

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