Ein denkwürdiger Abend vor stattlichem Publikum, zumal der Schlagzeuglehrer Eckhard Stromer von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart (HMDK) mit seinem Salsa-Ensemble noch einen rhythmischen Akzent der Extraklasse gesetzt hat.
„Wir freuen uns hier zu sein“, hat Linus Rebmann gleich zu Beginn dem Publikum signalisiert. Die Freude war fortan auch ganz auf dessen Seite. Denn was dieser junge Pianist und Komponist mit einem technisch blitzsauberen Anschlag aus den Tasten zaubert, lässt einen staunen. Er scheint schon die ganze Geschichte des modernen Jazz mit großen Pianisten wie Thelonius Monk, Brad Mehldau, Erroll Garner oder Abdullah Ibrahim in sich aufgesogen zu haben. Die Frage nach dem Stil? Aktuell und doch traditionsbewusst, intelligent und experimentierfreudig – und vor allem am Klang interessiert. An ihm tüftelt er zusammen mit dem fingerflinken Kontrabassisten Gabriel Widmaier und dem schon unglaublich technisch versierten Schlagzeuger Johann „Johnny“ Walker.
Das Ergebnis sind in jeder Hinsicht von melodischen und harmonischen Einfällen und rhythmischen Eskapaden strotzende Stücke. Vorzugsweise im ICE-Tempo. Mit dem Unterschied, dass auf diesen Zug Verlass ist. Manchmal fährt er tatsächlich baladesk langsam, kehrt „Johnny“ Walker die Felle mit den Besen, immer im Blickkontakt mit dem Vormann am Flügel, der Akkorde und Läufe wie ein Hexenmeister mixt. Es geht um den Klang. Im Dienste dieser Idee versetzt der Drummer schon mal mit einem Vibrator sein Arbeitsgerät in Schwingungen. Eine wahrlich neue Hörerfahrung. Zwei Titel stehen für das Selbstverständnis des Trios. „Drive“ und „Listen to the River“. Gas geben und lauschen. Beide sind auf der ersten Scheibe des Trios zu hören, die im Juni erscheinen soll.

Musik für die Beine macht das Salsa-Ensemble. Es besteht seit einem Jahr und frönt mit Lust dem kubanischen Sound. Diesen produzieren vier knackige Blechbläser, ein Mann am E-Bass, einer am Flügel, gleich drei am Percussion und zwei Sängerinnen (Eda Erkol, Vivien Zippert) mit dem kehligen Timbre, das diese Tanzmusik erfordert. Obwohl Taktgeber Eckhard Stromer dazu aufgefordert hat, dem Bewegungsdrang nachzugeben, hat sich doch niemand getraut. Die Ostalb ist halt nicht Karibik. Dabei kann man sich dem Sog, der von den Kompositionen einer Celia Cruz oder eines Ruben Blades ausgeht, kaum entziehen. Stromers elfköpfige Truppe jedenfalls hat gewirbelt, was Gerätschaften und Stimmen hergeben. Dabei nicht immer gefällig, wie in dem kantig-eruptiven Gewand von „Blame it on the Boogie“ von Michael Jackson, in den Tony Succar den Song gekleidet hat. So überschäumend lebensfroh diese Titel in Ohr und Beine gehen, werden sie dennoch von rhythmischer Präzision auf Kurs gehalten. Als Zugabe spielt das Salsa-Ensemble zusammen mit dem Trio ein Stück von Linus Rebmann.
Zu Beginn hat Akademiedirektor Moritz von Woellwarth die Malerin Heidi Hahn (www.heidihahn.de) vorgestellt, die über das Wochenende in der Pop up-Galerie ihre vom Licht bestimmten Werke gezeigt hat. Mehr von ihren Arbeiten sind ab Sonntag, 22. März, im Rathaus Gaildorf zu sehen.
Wolfgang Nußbaumer
(14.03.2026)
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