Der noch bis April nächsten Jahres amtierende Leiter der Ellwanger Musikschule, der aus einer großen Bewerberschar ausgewählt worden ist, garantiert instrumentales Gebläse auf hohem Niveau. Aber nicht nur das. Auf der Tradition aufbauend, will er „auch im Rahmen der Digitalisierung“ innovativ neue Akzente setzen, wie er bei seiner Vorstellung durch Stiftungsvorstand Landrat Klaus Pavel erklärt hat.
Studieren lässt sich die neuen Handschrift jedoch erst ab 2022. Das Programm für das nächste Jahr steht nach Hackers Ausblick bereits fest. Durch die von der Pandemie bedingten Absagen nicht nur des Festivals müsste 2021 viel mehr Tage haben, um alle verschobenen Termine und Veranstaltungen unterzubringen, meinte der noch amtierende Schlossherr.
Der Ausbruch von Corvid-19 hat die Musikschulakademie „extrem hart getroffen“. Zum Glück sind, wie Hacker dankbar lobt, die Zuschussgeber und Sponsoren bei der Stange geblieben. Mit einem kleineren Programm an Veranstaltungen, einem erweiterten Urlaubsangebot und dem Restaurant Fermata als sich selbst tragende feste Größe will er dieses Jahr über die Runden kommen. Franziska Groß erläutert die Details wie Märchenstunden, kulinarische Führungen mit dem Akademiedirektor, dazu passend eine Lesung mit Sternekoch Vincent Klink, oder ein Konzert mit einem Ensemble der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg (JPO).
Ein Los, das hilft
Die Absage des Festivals, das Hacker auf eigenes Risiko organisiert hat, schlägt mit einem fünfstelligen Betrag zu Buche, wie Franziska Groß vorrechnet. Mit einem Losprojekt soll das Loch in der Bilanz gestopft werden. Lose können zu 10 Euro das Stück online auf www.schloss-kapfenburg.de und telefonisch unter +49 7363 961817 gekauft werden. Die Gewinner von 10×2 Festivalpässen 2021 und eines VWs e-up!, den die Koch Auto.Gruppe für 12 Monate zur Verfügung stellt, werden am Freitag, 24. Juli, während der rein digitalen Veranstaltung „in situ 21 – mit feuer und flamme“ gezogen. Diese wird ab 22 Uhr live auf dem YouTube-Kanal der Stiftung übertragen.
„Ganz zuzumachen“ sei keine Option gewesen, versichert der Akademiedirektor. Denn dazu ist sein gesamtes Team zu sehr „Feuer und Flamme“ für das Schloss. Ein Bauwerk, das Hacker, wie Pavel rühmte, „als Kulturereignis auf einmalige Weise auf den Weg gebracht hat“.
Die jährliche Festivaleröffnung „in situ“ muss schon deshalb sein. Als symbolischer Teil für das Ganze. Notgedrungen ohne Publikum, dafür mit einer Feuerwerksshow wie nie zuvor. Der kapfenburgerprobte Weltmeister Joachim Berner soll das stolze Schloss mit Feuer, Flammen, Licht und Musik aus seinem Dornröschenschlaf wecken und in ein „prächtiges Farbenmeer“ verwandeln. Die Musik dazu liefert Antonin Dvorák mit dem 4. Satz aus seiner berühmten Sinfonie „Aus der neuen Welt“; in einer 2009 aufgenommenen Interpretation durch das Landesjugendorchester Baden-Württemberg. Unter der Regie von Erich W. Hacker wird das Feuerspektakel von Studierenden der Hochschule für Musik Karlsruhe filmisch eingefangen und „live“ per Stream ins Internet übertragen.
Kein Wunder, dass sich der Landrat, der zusammen mit Matthias Hinderberger im Herbst 2021 als Vorstand der Stiftung aufhören will, auf „eine spannende Zeit“ freut.
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