Kunstgemenge in bester Lage

15. Okt. 2024

   Vielfältig ist das Kunstgemenge, das die fünf Mitglieder des Aalener Künstlerkollektivs installiert haben. Inspiriert hat Andreas Böhm, Martina Ebel, Silke Schwab-Krüger, Ines Tartler und Andreas Welzenbach die Lage, also der Ort. Dass sich im Marschallsaal, dem ehemaligen Speisesaal des Schlosses, reich gedeckte Tische um die imposante zentrale Gemeinschaftsarbeit gruppieren, verweist auf das Gelage. Zumindest im Anschluss an die Eröffnung.

   Doch vor dem gemeinschaftlichen Genießen müssen sich die zahlreichen Gäste rund um das aus zahlreichen ausgedienten Obstkisten gebaute „Dinosaurier“ auf Geheiß des Sprachkünstlers Bruno Nagel in Bäume, Hecken („die sind saumäßig wichtig“), Insekten und Käfer verwandeln. Inspiriert zu dieser besonderen Gemengelage hat ihn die Streuobstwiese unterhalb des Schlosses. Gewürzt wird die Performance durch eine „Und jetzt im Wir und wir im Jetzt“ rezitierende Gruppe und das Summen der Bäume zu Nagels Gesang.

   Das alles ist nicht leise, doch sehr naturnah; und damit einen Bogen zur stillen Kunst von Ines Tartler schlagend. Aus geköhlerten Kirschkernen, Erde, Gummi Arabicum und Blattgold formt sie hochpoetische Kreationen, die im Grunde immer unseren Umgang mit der Schöpfung reflektieren.

   Den Gegenpol dazu liefert der Bildhauer Andreas Welzenbach mit seinen schwarzhumorigen Holzskulpturen. Seinem wuchtigen „Selbstmordattentäter“ darf man gerne zur Hand gehen. Im Bewusstsein, dass sich der Humor aus bitterer gesellschaftlicher Realität speist.

 

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   Silke Schwab-Krügers breit aufgestelltes künstlerisches Können offenbart sich nicht nur in einer zehn Meter langen Graphitzeichnung von Schlosselementen sondern auch in einer Mixed-Media Serie und variantenreichen Zeichnungen mit Pigmenttinte zum Thema „Sturm“.

   Martina Ebel hat Türrahmen, Fußboden und Fenstersims mit Applikationen aus glasierter Keramik ins Blickfeld gerückt, Gips und Ton in verschiedene Formen gebracht und eine aufwendige Collage mit Klang, Video und der Übermalung einer Fotokopie von Gerhard Richter installiert.

   Andreas Böhm erweist sich in seinen Eitempera- und Tuschezeichnungen mit Lack wie schon auf Schloss Fachsenfeld als versierter, ideenreicher Künstler. Der Maler in ihm ist mit einem Exponat vertreten.

   Moderiert hat die Eröffnung der Kurator des Kunstvereins Ulrich Brauchle. Sein Gespräch mit den Kollektivmitgliedern hat deren ideelle Herangehensweise verdeutlicht. „Einfach großartig“ hat OB Michael Dambacher die Idee gefunden, kreative Menschen in diesem Kollektiv zusammenzubringen.

   Info: Die Ausstellung ist bis 8. Dezember samstags von 14 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von 10.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.  

   

Wolfgang Nußbaumer

(15.10.2024)     

     

     

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