Justyna Koeke im Prediger

03. Aug. 2025

   Begrüßt werden die Besucherinnen und Besucher von einer großformatigen Fotografie rechts neben dem Eingang. Es handelt sich um die Aufnahme einer von Justyna Koekes „Highheels-Skulpturen“, bei denen die Protagonistinnen von einem kaum fassbaren Sammelsurium an Objekten überladen scheinen und doch Stärke beweisen, die Last aufrecht tragen.

   Kleinformatigere Abzüge dieser und anderer Serien, zum Beispiel ihrer „Wüstenblumen“, „Wegweiser“, „Überlebensstrategien im Patriarchat“ oder „Frauen im Wald“ lassen sich noch häufiger im Raum entdecken. Und Entdecken oder gar aktiv Erforschen ist genau das, wozu die Ausstellung einlädt.

   Sehr sportlich geht es auch in den kurzen Atelierperformances zu, die die Künstlerin an die Wand hinten links projiziert. Schnittblumen, deren Hauptaufgabe normalerweise ist, „gut auszuschauen“, verwandelt Justyna Koekes mit einigem Humor in Kraftsportgeräte. Liegt Stärke vielleicht manchmal ganz woanders, als man sie erwartet?Während in diesem Fall etwas, dem sonst primär ästhetischer Wert zugesprochen wird, praktischer Nutzen „abgerungen“ wird, verändert das zweite projizierte Video den Blick in entgegengesetzter Richtung.

   Eine vom Wind zusammengetragene Ansammlung von Müll in der Atacama-Wüste in Chile schmückt die Künstlerin wie einen Weihnachtsbaum und lenkt so den Blick auf ein Umweltproblem. Mit Weggeworfenem als Material arbeitet Justyna Koeke auch an verschiedenen Stellen in der Galerie. Und so kann sich, wer nach dem Ausstellungsbesuch etwas durchgeschwitzt ist, beim Anblick der letzten Installation rechts neben dem Ausgang erfrischen, eine glitzernde Lichtdusche aus gebrauchten Plastik-Wasserflaschen. Die Ausstellung ist bis 21. September zu sehen.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>