Warmherzig aufgenommen

Warmherzig aufgenommen

Ein Mai-Konzert mit anspruchsvollem Programm und einem herausragenden Solisten - das haben Knud Jansen und sein Orchester, die Philharmonie Schwäbisch Gmünd, im "Stadtgarten" geboten.

Vor dem Konzert hatte er in gewohnt unterhaltsamer Weise eine Einführung zu Komponisten und Werken gegeben. Ein funkelnder Höhepunkt war das Solo des Klarinettisten Nikolaus Friedrich. 

Mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ eröffnete die Gmünder Philharmonie das Konzert. Majestätisch, aber auch jubelnd und feurig erklangen Sostenuto ma non troppo, Allegro und Allegro con brio. Das Zusammenspiel des großen Streicherpools mit Holz- und Blechbläsern, präzise kontrapunktiert von der Pauke, begeisterte die Zuhörer.

Im Klarinettenkonzert IV von Louis Spohr, neben Carl Maria von Weber der Hauptvertreter dieser seltenen Gattung der Romantik, zeigte Nikolaus Friedrich langen Atem. Die schnellen Läufe vieler Passagen interpretierte der Klarinettist in einem Atemzug mit feiner Piano- und Forte-Abstimmung. Das zog „Vorhänge“ nach sich.

Der jubelnde Applaus wurde mit einer Zugabe belohnt: „Als Einstimmung auf das Werk, das nach der Pause kommt“, kündigte Nikolaus Friedrich Robert Schumanns „Abendlied“ an. Die Komposition, als Stück für mehrhändiges Klavier angelegt, spielten Friedrich und das Orchester in der Bearbeitung für Klarinette und Streicher von Ferruccio Busoni.

Im zweiten Konzertteil erklang Robert Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52. Ein weiteres begeistert vom Publikum aufgenommenes Werk, das mit der Zugabe von Schumanns „Träumerei“ belohnt wurde.

Wie ist es, wenn man als geborener Gmünder in seine Heimatstadt zurückkommt? Nikolaus Friedrich antwortete mit einem feinen Lächeln. Als Soloklarinettist spielt er seit über 20 Jahren im Orchester des Nationaltheaters Mannheim. Dazu kommen Auftritte mit namhaften Kammerensembles und Solisten. „Man wird sehr warmherzig aufgenommen!“, sagte er, eine andere Atmosphäre als in einem Profi-Orchester.

Auf den langen Atem angesprochen, sagte er, dass es wichtig sei, sich vor dem Spiel klar zu machen, wie viel Atem für einzelne Passagen gebraucht wird. Das muss wohl dosiert werden, denn manche Takte spielte er 45 Sekunden lang in einem Atemzug.

gk-g

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