Viel Konzertvergnügen dank Uli Engel Empfehlung

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Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack (l.) hat Uli Engel die Ehrennadel des Landes angesteckt. Seine Verdienste gewürdigt haben der Vorsitzende des Stiftsbunds, Dr. Michael Spang, und OB Michael Dambacher. Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack (l.) hat Uli Engel die Ehrennadel des Landes angesteckt. Seine Verdienste gewürdigt haben der Vorsitzende des Stiftsbunds, Dr. Michael Spang, und OB Michael Dambacher. Fotos: Holger Bewersdorf

Werke von Mozart, Dvorak und Beethoven haben Mikhail Pochekin, Kiveli Dörken und Simon Tetzlaff zum Ellwanger Schlosskonzert mitgebracht.

   Doch bevor das Trio das Podium betreten hat, ist Uli Engel geehrt und verabschiedet worden. 36 Jahre lang hat er als Kurator und Organisator mit Leidenschaft die Konzertreihe geprägt.

   „Hans-Ulrich Engel lebt Musik mit fundiertem Verständnis“, würdigt der Vorsitzende des Ellwanger Kulturvereins „Stiftsbund“, Dr. Michael Spang, den Geehrten.  Mit hohem professionellem Niveau habe er diese Klassikreihe zu einem Markenzeichen gemacht, das weit über Ellwangen hinaus strahle.

   „Große Hochachtung“ bringt Oberbürgermeister Michael Dambacher zum Ausdruck. Engel habe viele internationale Künstlerinnen und Künstler nach Ellwangen gebracht. Die Ellwanger Schlosskonzerte sind eine Kooperation des „Stiftsbunds“ mit dem städtischen Kulturamt. Für seine enorme Leistung hat ihm Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Angesteckt hat sie ihm der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack.

   Sichtlich gerührt, erklärt Uli Engel, bis eine halbe Stunde vor dem Konzert nichts geahnt zu haben. „Aber dann taten alle so komisch“. Engels Tradition führt Dr. Richard Krombholz fort. Das Programm für 2024 ist bereits in trockenen Tüchern.

   Man darf sicher sein, dass es auf dem Niveau fortgesetzt wird, das die temperamentvolle deutsch-griechische Pianistin Kiveli Dörken zusammen mit dem Geigenvirtuosen Mikhail Pochekin und dem Cellisten Simon Tetzlaff gezeigt hat. Mit Mozarts Divertimento in B-Dur spielt sich das Trio warm. Dörkens Linke dirigiert, wenn die Rechte läuft. Den Klaviersatz kann man schon optisch nachvollziehen. Das Adagio ist eines dieser Klangwunder aus der Zauberküche des Genies.

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   Richtig ernst wird es mit Antonin Dvoraks Klaviertrio op. 26 in g-Moll. Weit entfernt von der süffigen Melodik seiner Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.  Das Allegro moderato beginnt mit einer Aufwallung wie ein Ausrufezeichen, um dann aufgeraut durch akkordische Katerakte dahinzuströmen. Da muss man schon sehr gut zusammen unterwegs sein, um diese kompositorischen Stromschnellen zu meistern, in denen böhmische Seelentöne aufblitzen.

   Klar durchdacht das Largo ohne thematisches Feuerwerk, eine feinsinnige Architektur. Das tänzerische Scherzo hat der Komponist mit Anklängen an Volksmusik gewürzt, bevor es im Finale zunächst eher stockend vorangeht.

   Sein Klaviertrio op. 97 hat Ludwig van Beethoven Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet. In vier Sätzen spielt der Komponist alle tonschöpferischen Möglichkeiten durch, die er in diesem Genre kennengelernt und erprobt hat. Entstanden ist ein Meisterwerk, das Ausführenden und Zuhörenden höchste Konzentration abverlangt. Das Allegro moderato eröffnet das Klavier mit dem Leitmotiv, aufgenommen von den beiden Streichern. Weitere Themen kommen hinzu. Alles wird durcheinandergewürfelt und neu zusammengebaut, pointiert durch Pizzikati der Streicher. Gleiches Strickmuster im Scherzo mit seinen Kontrasten zwischen langsam und schnell, laut und leise.

   Das Andante interpretiert das Trio wieder als eine melodisch-klangliche Kostbarkeit, in der die Streicher den Klavierpart umschmeicheln bis zum ansatzlos folgenden finalen Allegro moderato. Es enthält alle Ingredienzien, die Ohr und Hirn erfreuen, so viel hat Beethoven an rhythmischen und melodischen Einfällen in diesen langen Schlusssatz hineingepackt.

   Begeisterter, lang anhaltender Applaus dankt dem Trio. 

 

Wolfgang Nußbaumer      

(11.09.2023)    

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