Abwechslungsreiche Zeitreise Empfehlung

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Einverständnis par excellence - das Trio Variabile im Thronsaal des Schlosses ob Ellwangen. Einverständnis par excellence - das Trio Variabile im Thronsaal des Schlosses ob Ellwangen. Fotos: Holger Bewersdorf

Eine abwechslungsreiche musikalische Zeitreise hat das „Trio Variabile“ bei seinem Schlosskonzert im Ellwanger Thronsaal unternommen.

   Das Kegelstatt-Trio Es-Dur soll Mozart beim Kegeln komponiert haben. Soll. Tatsache jedenfalls ist, dass dieses in einer Variante mit Klarinette, Cello und Klavier besetzte Stück tänzerische Beschwingtheit mit innigen Untertönen verbindet. In dieser Komposition wie auch in allen weiteren erweist sich der Flügel mit der Wiener Klavierprofessorin Barbara Moser an den Tasten als sicheres Rückgrat für die musikalischen Temperamente des Klarinettisten und mehrfachen Preisträgers internationaler Wettbewerbe, Alexey Mikhaylenko und der jungen Cellistin Marilies Guschlbauer. Schon dieser Mozart überzeugt durch das selbstverständliche Miteinander dieses Trios.

   Gleiches gilt für das „Trio concertant sur des thèmes italiens“ des frühen Romantikers Carl Vollweiler. Der schon mit 35 Jahren verstorbene Musikpädagoge und -theoretiker hat darin Opernthemen von Donizetti zu einem an Emotionen reichen Melodienstrauß verarbeitet. Die schönsten Blüten daraus pflückt die Cellistin mit kraftvoll sonorem Ton. Ebenso in der Nr. 5 der „Acht Stücke“ op. 83 von Max Bruch. Einfach vollkommen, wie die drei Instrumente zu einem großen Gestus ineinanderfließen.

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   Durch die Verwendung volksliedhafter Elemente süffige Spätromantik hat der in Moskau geborene Schweizer Professor für Komposition und Kammermusik Paul Juon geschrieben. In seinem „Trio Miniatures“ beschert die „Elegie“ eine zu Herzen gehende Melodie. Bevor man jedoch selbst elegisch wird, dreht das Trio auf in die Gute-Laune-Musik des „Danse Phantastique“ im Walzertakt.

   Nino Rota hat sich vor allem durch seine über 150 Filmmusiken einen Namen gemacht. Umso überraschender sein Trio für Klarinette, Cello und Klavier, das ihn als profunden klassischen Komponisten ausweist. Im Ohr bleibt vor allem sein tiefgründiges Andante.

   Für den reichen Beifall bedanken sich die drei Musici mit dem „Frühling“ von Astor Piazzolla und dem Lehár-Klassiker „Lippen schweigen“ aus dessen Operette „Die lustige Witwe“. Selten hat man sich daraufhin so heiter auf den Heimweg gemacht.

 

Wolfgang Nußbaumer   

(27.08.2023)      

         

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