Zum Tode von Roy Hagrove Empfehlung

Zum Tode von Roy Hagrove Foto: kunterbunt e.V.

„Wo erlebt man das schon, dass zu vorgerückter Stunde ein weltbekannter Trompeter (gemeint war Roy Hargrove) ins Geschehen eingreift.“

   So hat einst Aalens OB Ulrich Pfeifle über das Jazzfest im allgemeinen und über das Ehrenmitglied des kunterbunt e.V. im besonderen geschwärmt. Jetzt ist der Mann, der einst zum Jazzfest gehört hat wie der ebenfalls schon gestorbene hünenhafte Bluesjazzrocker Hiram Bullock, im Alter von erst 49 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus an einem Herzversagen gestorben. Er war dort wegen einer langjährigen Nierenerkrankung eingeliefert worden, an der er auch schon bei seinen diversen Auftritten in Aalen gelitten hatte. 

   Mit gerade mal 19 Jahren hat er 1989 seine erste Platte „Diamond in the Rough“ veröffentlicht. Das war ungefähr zur gleichen Zeit, als in Ellwangen am Flüsschen Jagst ein paar jazzverrückte Studenten den „kunterbunt e.V.“ aus der Taufe gehoben haben. Ihr Anführer hieß Ingo Hug. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass das Aalener Jazzfest in der Szene einen internationalen Ruf erlangt hat. Weil er Größen des Jazz, Blues, Funk und Pop auf die Ostalb gelotst hat. Einer von ihnen hieß Roy Hagrove.

   Das „Wunderkind“ hat sich rasch zu einem Bläserstar gemausert, der auf der Basis des Hard-Bop mit seiner Band "The RH Factor" mit diversen Stilen und Genres jongliert hat. Immer auf der Suche nach Neuem, hat er als einzige Erwartungshaltung die Neugier seiner Fans auf innovative gute Musik bedient. Sie werden ihn vermissen. Da musste auch die "Stimme" des Jazzfests, Eddy Cichosz,  ausnahmsweise kräftig schlucken, als er bei seiner Anmoderation des Wollny-Konzertes Donnerstagabend in der Stradthalle Aalen Das aktuelle Jazzfest wird sich einen Trauerflor anstecken. 

Wolfgang Nußbaumer

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