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Völlig flexibel Empfehlung

Markus Ehrlich Markus Ehrlich
Beim Jazz-Heimspiel in Gmünd sind drei Bands aus der Region aufgetreten.
   Gut besucht waren die beiden Veranstaltungsorte. Das Café Margrit lud zum gepflegten Zuhören auf plüschigen Cafehausstühlen ein. Im benachbarten "Bassano" fand eher eine klassische Stehparty statt. 
 
   Die Gmünder Jazzer Johannes Groß am mächtigen Baritonsaxofon, Thilo Schimmele an der Gitarre und Alois Geiger am Schlagzeug hatten sich für diesen Abend Kompositionen von Wes Montgomery ausgesucht. Der trendsetzende Jazz-Gitarrist verstarb 1968 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt. Das „Trio Fraktal“ lässt seine Musik wieder aufleben. Nach „Twisted Blues“ interpretiert das Trio eines der bekanntesten Stücke aus den 60iger Jahren den „West Coast Blues“. Das Schlagzeug treibt mit lautem Puls an. Die Gitarre taucht ab und traut sich erst zum Solo wieder in den Ring. Das Baritonsaxofon bestimmt mit wohligen dunklen Tönen die Richtung in „Mr. Walker“. Das Leitthema in „Full House“ setzt die Gitarre. Das Saxofon übernimmt es und führt es fort. Mit dem „Road Song“ begeben sich die drei Musiker auf die Heimreise.
 
   Inzwischen feiert Markus Ehrlichs „Flexible Eingreiftruppe“ mit ihrem ersten Set im "Bassano" einen Einstand nach Maß. Im Café Margrit bereitet sich das nächste Trio auf seinen Auftriff vor. Reinhold Uhl mit Saxofon und Klarinette, Matthias Flum, Gitarre und Volker Held bringt seinen Kontrabass in Stellung. Ihre kammermusikalische Reise startet im frühen Jazz und macht von dort Exkursionen in verschiedene Spielarten der Jazztradition. 
 
   So berückend die Idee auch sein mag, dass sich der Fan genau seine Musik aussuchen und dort verweilen kann, so schade ist es auf der anderen Seite, dass er dann möglicherweise Highlights der anderen Band verpasst. Die Schreiberin dieser Zeilen jedenfalls wurde von Markus Ehrlichs Spiel mit dem Motto „Good Bait“ geködert. Das präzis getimte Spiel des Quartetts unterband jede Fluchtbewegung. „Jive at five“ nahm augenblicklich für die Musik ein. Ein Tribute an Wes Montgomery mit „Fried Pies“ erklang auch bei Ehrlich, der mit seinem Tenorsaxofon immer wieder Akzente setzte. Das Thema zu einer Ballade „Stars Fell on Alabama“ spielte Tom Berkmann auf dem Kontrabass. In Topform präsentierte sich die Combo mit groovendem, swingenden Jazz. „Old devil moon“und „Dogging around“ fanden begeisterte Zustimmung wie überhaupt das gesamte Repertoire.  Für die Zugabe „Lulu is back in town“ hatten sich die vier jungen Männer besonders herausgeputzt in "their Sunday’s Best". Das Thema des letzten Stücks wanderte von einem Instrument zum andern. Am Piano beeindruckte Johannes von Ballestrem, am Schlagzeug Philipp Schaeper. Damit war das Heimspiel der Jazz:Mission wieder einmal ein kleiner Jazz-Gipfel in Gmünd.
 
Helga Widmaier

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