Mal so – mal so: Groll

20. März 2019

   Nun zeigt Groll vom 30. März bis zum 22. April seine neuesten, farbintensiven Arbeiten wieder in der Abtsgmünder Zehntscheuer. Geöffnet ist die Ausstellung mit dem Titel „mal so – mal so“ immer samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Die Vernissage findet heute, Mittwoch, 27. März, um 19:30 Uhr statt. Die Einführung hält die Kunsthistorikerin Dr. Sabine Heilig aus Nördlingen; musikalisch umrahmt wird der Abend von den Brüdern Orlando und Co. mit italienischen Klängen.

   Die Werke Paul Grolls kreisen fast alle um das Thema menschliche Figur. Mal verstellt und verbirgt er sie ganz in spontanen Farbspuren, mal formt er mit einer Kontur den Körper scheinbar präzise, mal sind es nur Fragmente, mal nur Anspielungen. Seine Bilder leben von der Farbe und seine Zeichnungen von Hintergründigkeit und Poesie. Seine Bilder entstehen aus einem farbintensiven Netz aus Hinweisen und Andeutungen und sie veranschaulichen mit großer Unmittelbarkeit sowohl das Motiv, als auch den Entstehungsprozess. 

   Bei all der Farbigkeit in seinen Arbeiten ist auch viel Figuratives zu entdecken. Grolls Figuren sind geprägt von großen Augen, großen Händen sowie von den lachenden und ebenfalls großen Mündern. Diese Motive zeigen sich etwa in seiner neuen Serie Las Meninas, die auf dem gleichnamigen Bild des spanischen Malers Diego Velázquez von 1656 basiert. Darin variiert Groll das Motiv der Königstochter. Seine wiederkehrenden Elemente müssen jedoch oftmals erst gefunden werden, was bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk gelingt. Es ist das Sehen und Gesehenwerden, das ein Bild fordert und dazu lädt der Maler ein: zu einer intensiven Betrachtung – das nützt dem Werk und dem Betrachter. Diesem rät Groll, keinen Abstand von seinen Bildern zu nehmen, sondern Stück für Stück die Strukturen, Farben und Linien zu entdecken und so ganz in das Werk einzutauchen, es zu lesen. Man solle aber nicht versuchen, es zu verstehen. „Man muss nicht immer alles verstehen, wichtiger ist es zu empfinden und zu spüren, was das Bild mit einem macht“, erklärt der Maler. 

   Und so verhält es sich auch mit dem Entstehungsprozess seiner Bilder, die spontan und ohne große Vorüberlegungen einfach aus sich heraus entstehen. „Bei jeder Ausstellung tritt man aufs Neue gegen sich selbst an und der Künstler muss erkennen, dass das letzte Wort immer das Bild hat“, so Groll über sein Schaffen. Als sich die Maler noch in der stilgeprägten Eigengesetzlichkeit von Malerei bewegten, hatte die Malerei eine Richtung. Heute hat sie keine Richtung mehr, das macht sie so anspruchsvoll. Und so versucht Groll das Bild in den Griff zu bekommen und malt, mal so – mal so.

   Info: Die Ausstellung „mal so – mal so“ ist bis 22. April in der Zehntscheuer Abtsgmünd zu sehen, jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

pm

 

 

 

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