Extrem anstrengend, extrem zufrieden

31. Aug. 2019

   Mit rund 25 000 Zuschauerinnen und Zuschauern habe das „Globe“ den „höchsten Zuspruch aller Zeiten“ erhalten. Insgesamt haben bis Donnerstag 68.423 Freilichtfans die 133 Veranstaltungen besucht. Die meisten hat das Musical „Aida“ angelockt.

   Die Reihe der Sprechtheaterstücke führt der „Jedermann“, der die erste von 94 Spielzeiten bestimmt hat, mit 11.166 Besuchern an. Intendant Doll sieht sich dadurch ermutigt, am Sprechtheater als einer wichtigen Säule des Programms festzuhalten. Über 32.000 Interessenten hat das Wort in seinen verschiedenen Ausprägungen gefunden. Nächstes Jahr feiern die Freilichtspiele ihre 95. Spielzeit. Anlass genug, einen der ganz großen Klassiker auf die Treppe zu bringen: das Schauspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller. Sollte sich Schottland bis dahin aus dem United Kingdom verabschiedet haben, erhielte das  Stück noch eine außerordentliche historische Komponente. Hall im Zeichen des Brexit.  

   Nach einer „sehr anstrengenden Spielzeit“ brockt sich Doll wohl eine weitere ein. Neben verschiedenen Wiederaufnahmen will er die Treppe mit dem trashigen Musical „Der kleine Horrorladen“ bespielen. Natürlich in einer Haller Fassung. Mit dem Musical „Der Mann von La Mancha“ nach dem Romanklassiker von Cervantes erfüllt sich der Intendant im neuen „Globe“ einen ganz persönlichen Wunsch. Er verspricht gute Musik zu guten Texten. „In der Bar zum Krokodil“ konnte man ebenfalls beides hören, dennoch blieben viele Hocker leer. Trotzdem kann sich die Bilanz sehen lassen, wie Pelgrim vorrechnet. Die 2,2 Mio. Euro Einnahmen decken rund 70 Prozent der Ausgaben von 2,8 Mio. 

Ewig Jung 1 (Foto Ufuk Arslan).jpg

Auch im Sommer 2020 werden die Altenheimbewohner der Erfolgsproduktion „Ewig Jung“ wieder die Bühne rocken.

 

   In der neuen Spielstätte auf dem Unterwöhrd am Kocher planen die Theatermacher in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe „Toboso“ aus Essen ein Stück über Gewalt und deren Darstellung in der Kunst, in Computerspielen, in Filme – und über die alltägliche Gewalt, sein Titel: „Super & Aktion“. Für die ganze Familie gedacht sind „Die Blues Brothers“ mit der Haller Kultband „Tante Polly“. Eher weniger die herrlich freche und zugleich wehmütige musikalische Komödie „Ewig jung“ mit ihrem facettenreichen Blick auf ein Altenheim mit ausrangierten Theaterstars als Wiederaufnahme. Shakespearefans dürfen sich wieder auf „Was ihr wollt“ in einer neuen Übersetzung von Georg Kistner freuen – und last but not least auf den Schauspieler Dirk Schäfer. Er wird Chansons von Jacques Brel interpretieren.

   Die Freilichtspiele gehen in der kalten Jahreszeit unters Dach des „Globe“. Der neue Dramaturg Franz Burkhard skizziert ein buntes Programm mit viel Musik, Lesungen, Schauspiel und sogar Tanztheater mit der Deutschen Tanzkompanie aus der Partnerstadt Neustrelitz.  Verabschiedet aus dem Team der Freilichtspiele hat sich der Dramaturg Florian Götz. Er hat sich intensiv um das Beiprogramm für junge Leute gekümmert und zahlreiche Workshops an Schulen abgehalten.

   Ob Christian Doll dann dasselbe Resümee wie im Rückblick auf 2019 ziehen wird? Er jedenfalls ist „künstlerisch extrem zufrieden“.

   Info: Karten für die Veranstaltungen im Neuen Globe gibt es ab September im Vorverkauf bei der Tourist Information am Hafenmarkt, telefonisch unter 0791/751600 und online www.freilichtspiele-hall.de

 

Wolfgang Nußbaumer   

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