Erinnerung wachhalten

28. Jan. 2026

   Berührend gestaltet hat sie das Institut für Soziale Berufe St. Loreto, indem es die Empfehlungen von Janusz Korczak für den Umgang mit Kindern als Richtschnur gewählt hat.

   Janusz Korczak war ein jüdischer Arzt, Pädagoge und Kinderbuchautor. Er hätte die Möglichkeit gehabt zu emigrieren. Als die SS die rund 200 Kinder des von ihm im Warschauer Ghetto betreuten Waisenhauses zum Transport in das Vernichtungslager Treblinka abgeholt hat, ist er mitgegangen im Wissen, dass dieser Entschluss auch seinen Tod bedeuten würde. Sein amtliches Todesdatum ist der 7. August 1942.

   In einer Performance haben Schülerinnen und ein Schüler des Ellwanger Instituts die nachhaltige und nachhallende Bedeutung des polnischen Pädagogen für einen den Kindern angemessenen und förderlichen Umgang mit ihnen thematisiert. „Demokratie“, „Liebe“, „Selbstbestimmung“ waren einige der Schlagworte, die sie erläutert und auf Tafeln gezeigt haben. Zu Wort ist auch in einer kurzen Videosequenz die 2025 gestorbene Zeitzeugin Margot Friedländer mit ihrer Botschaft „Seid Menschen!“ gekommen. 

 

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   Zu Beginn hatte Schulleiterin Dr. Christine Ilg-Müller die Teilnehmer an der Gedenkfeier begrüßt und sich über die große Resonanz gefreut. OB Michael Dambacher hat ebenfalls die Bedeutung dieses Gedenktages unterstrichen und sich an einen Besuch in Auschwitz erinnert. Ein Erlebnis, das ihn emotional stark berührt habe.

   Stark berührt hat auch das Lied „Von guten Mächten treu und still umgeben“ nach einem Gedicht des ebenfalls von den Nationalsozialisten ermordeten evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffers; instrumental begleitet von einem Trio und einem Blechbläserensemble.

   Keine Vergangenheit, keine Gegenwart ohne Zukunft. Wer wollte, konnte sich beim Hinausgehen auf einem Banner der Landesgartenschau mit einem farbigen Fingerabdruck aus bereitgestellten Farbschälchen „verewigen“. Das Leben geht weiter mit einer Mahnung des italienischen Schriftstellers und Holocaustüberlebenden Primo Levi im Hinterkopf. Er hat sinngemäß gesagt, wenn etwas geschehen sei, könne es wieder geschehen. 

Wolfgang Nußbaumer

(28. 01. 2026) 

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