„Wir wissen das, was wir wissen dürfen“. Mit dieser Feststellung hat der Leiter des städtischen Kulturamtes, Dr. Anselm Grupp, auf ein Wesensmerkmal der „Schwarzen Schar“ hingewiesen. Deren Anonymität. Niemand – oder fast niemand – weiß, wer sich hinter den schwarzen Masken der Dominos verbirgt, deren Ursprünge immer noch im Dunkeln liegen. „Eine einzigartige Tradition“ rühmt Grupp diese älteste Fastnachtsgruppierung der Stadt.
Für ihn als Fotografen seien die schwarzen Gesellen schon immer von besonderem Interesse gewesen. Von den Hunderten seiner Schwarzweiß-Aufnahmen hat er an einer Wand in der Eingangshalle eine Auswahl arrangiert. Sie zeigen den zeitlosen Charakter der Truppe, zumal sie keine Jahresangaben enthalten. Für Ziora verhindert die Vermummung nicht die Individualität ihrer Träger. Sie kommt durch deren Augen zum Ausdruck, die durch die Maskenschlitze funkeln. Ergänzt werden die dokumentarischen Momentaufnahmen durch einige große Formate, die der Fotograf vor und im Palais aufgenommen hat. Ästhetik im Detail. Und diese Augen. Für ihn sind seine Bilder ein Beitrag dazu, die Wurzeln einer sehr wichtigen Tradition zu erhalten.
Der große Unterschied zu den in weiße Kapuzengewänder gekleidete Mitglieder des auch in Deutschland organisierten rassistischen Ku-Klux-Klans besteht darin, dass „Der Pennäler Schnitzelbank“ Ausdruck der freien Meinungsäußerung, Aufdecker lässlicher Sünden am und im Gemeinwesen und pointierter Kritiker der Obrigkeit ist.

Vier „Ritter der Goldenen Sau“ fachsimpeln an einer der Vitrinen.
Enge Verbindungen zu den „Schnitzelbänklern“ dürften die beiden Schülerverbindungen des Gymnasiums um 1900 gehabt haben, über die Stadtarchivar Christoph Remmele in den Tiefen des städtischen Archivs und bei privaten Fastnachtern einiges ausgegraben hat. In einer von mehreren Vitrinen sind die handgeschriebenen Statuten der „Arminia“ und eine auf 1916/17 datierte Aufnahme der „PV Arminia“ mit Namensregister zu sehen. Die verbotenen Verbindungen seien von Rektoren und Lehrern „bis aufs Messer bekämpft“ worden. Bei den Wirten hingegen waren die bierseligen Pennäler aus verständlichen Gründen gerne gesehen. Wurden sie erwischt, hagelte es harte Strafen bis zum Schulverweis. „Es war schön – aber eben auch gefährlich“, meint Remmele schmunzelnd.
Ergänzt werden die Dokumente mit Bildern der „Schwarzen Schar“ des Malers Erich Pörner. Fotos und die originalen Aktenstücke lieferten den zahlreichen Vernissagegästen viel Stoff zum Schauen und Reden.
Info: Zum Jubiläum ist eine „blackbox“ mit Ziora-Fotografien herausgekommen, die in der Ausstellung und in der Tourist-Info erworben werden kann. Erhältlich ist im städtischen Kulturamt auch noch das zum 150jährigen Bestehen erschienene Buch „geheimsache schnitzelbank“. Die Ausstellung ist am 7./8./11./14. und 15.2. jeweils von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.
Wolfgang Nußbaumer
(06.02.2026)
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