Seinen letzten hat er Freitagmorgen im Cäsar-Flaischlen-Weg in Ellwangen in die Straße eingelassen. Vor dem Haus Nr. 10. Dort hat der Kunst- und Kirchenmaler Max Reeb gewohnt. Denunziert und weil er als aufrechter Katholik den Hitlergruß verweigert hat, haben ihn die Nationalsozialisten am 9. September 1940 im KZ Dachau umgebracht.
Mit seinen „Stolpersteinen“ will der 73 Jahre alte Gunter Demnig an die Opfer der Nazis erinnern. Just dort, wo die Juden, Sinti und Roma und andere Menschen, denen die Hitlerdiktatur das Recht auf Leben aberkannt hat, gewohnt haben. In die mit Messing überzogenen Steine schlägt er Namen und wenige wichtige Lebensdaten der Ermordeten ein. Entstanden ist so ein einmaliges dezentrales Denkmal, das von Kreta bis hinter Hamburg reicht.
Zu verdanken ist es der „Stolpersteininitiative Ellwangen“ um Peter Maile, dass der Name der „guten Stadt“ nun ebenfalls in dieser Landkarte des Grauens erscheint.
Den in Berlin geborenen Künstler hat besonders die aktive Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an der Verlegungsfeier bewegt. Nicht zuletzt deshalb, weil in ihren Beiträgen inneres Engagement und detaillierte Kenntnis zum beredten Ausdruck gefunden haben. Die gesellschaftliche Struktur „zwischen katholischer Tradition und brauner Durchdringung“ in Ellwangen, haben Jakob März und Alexander Ilg vom Peutinger-Gymnasium eindringlich beschrieben. Ihr Fazit: Die Nazis mussten hier einen größeren Aufwand betreiben, um ihre Ideologie durchzusetzen. Am Ende war’s wie überall.

Gedanken zur Biographie von Max Reeb haben sich Felix Fischer, Katja Schenk und Sebastian Rathgeb von der Eugen-Bolz-Realschule gemacht. Ein Deckengemälde von Max Reeb in der Katharinenkapelle in Rötlen hat Julius Keller vom Hariolf-Gymnasium zu einer aufschlussreichen Bildbetrachtung angeregt.
Nach der Begrüßung durch Peter Maile hatte Oberbürgermeister Michael Dambacher im Beisein einiger Verwandter von Max Reeb, wie des 90jährigen Sohne Winfried, dessen Bedeutung für die Stadt und die Lehren, die man aus seinem Schicksal ziehen sollte, dargelegt. Mit der sehr nachdenklichen Überlegung, wie wir Heutigen wohl in der finsteren Zeit damals an der Stelle des Kunstmalers gehandelt hätten.
Den angemessenen musikalischen Rahmen haben Uli Brauchle auf der Gitarre und die Schülerin des Hariolf Gymnasiums, Katharina Schmeling, mit starker Stimme gestaltet: „Imagine“ von John Lennon und dem zum Anlass passenden Volkslied „Die Gedanken sind frei“.
Wolfgang Nußbaumer
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