Die Neuen sind die Alten, eine nach über 30 Jahren wiederbelebte WG einer geldknappen Biologin, eines Ex-Womanizers und einer ebenso klammen Juristin, die in ihrem Leben für das Recht gekämpft hat und der Geld nicht wichtig war. Die Alten sind die Jungen, Katharina und Thea, zwei Jurastudentinnen kurz vor dem Examen und eine Kunstgeschichtestudentin namens Barbara, die eine Bachelorarbeit schreiben soll und an Liebeskummer leidet. Unter der WG der Jungen ziehen also unter lautem Getöse die Alten ein.
Was es heutzutage heißt, zu studieren und jung zu sein, merken die Alten, als sie sich gut nachbarschaftlich bei den Jungen vorstellen wollen. Trotz symbolträchtig vorgestreckter Rotweinflasche müssen sie sich bücken und demütig die Schuhe ausziehen: Horror für die Alten. Horror für die Jungen: Die Alten putzen trotz Kehrwochenschild auf ihrem Treppenabschnitt das Treppenhaus nicht: „Wir putzen kein sauberes Treppenhaus!“ Außerdem gehen die Alten erst nachts um drei Uhr ins Bett, nachdem sie die alten Lieder lautstark laufen ließen, wie in alten Zeiten philosophierten und gehörig getrunken haben. Dass bei den Jungen kurz darauf der Wecker klingelt, liegt außerhalb des Vorstellungsvermögens der Senioren. Die Jungen machen sich an ihr Tagespensum: zwölf Stunden Lernen für das Examen.
So werden in der ersten Spielhälfte die Klischees bedient. Die alten WGler feiern, weil sie nicht jede Sekunde über Geld nachdenken wollen, das sie nicht haben. Die Jungen geben sich seltsam erwachsen, verspannt und spießig und haben für das Zwischenmenschliche untereinander und mit den Neuen keine „Kapazitäten“ frei. Das ändert sich, als sich bei den Studenten Katastrophen anbahnen: Liebeskummer und Zusammenbruch wegen Lernstress. Jetzt zeigt sich, was die angejahrten 68er aufgrund ihrer Lebenserfahrung doch „drauf haben“.
Unter der Regie von Ute Kircher spielen Marika Meyer Neupert, Ute Kircher, Robert Ziegler, Tanja Peter, Rebecca Tettenborn, Silke Wolf und Nicole Klose; Technik: Brigitte Lepper, Jens Lüdecke
Info: Ersatztermin Samstag 24. März im Theater auf der Aal; Vorstellungstermine im April: 13.4./14.4./19.4./21.4.; jeweils 20 Uhr. Kartenreservierungen können unter der Telefonnummer 07361 4906039 vorgenommen werden.
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