Brüche und Blüten

13. Okt. 2017

Ein treffender, weil mehrdeutiger, Titel für die Werke der Kunstprofessorin Cordula Güdemann und ihres ehemaligen Schülers, des Kunstdozenten Wolfgang Neumann. Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. Oktober, 11 Uhr, im Marschallsaal des Schlosses eröffnet.

   Güdemann und Neumann vereint ihr sozialkritischer Ansatz. Darauf hat der Kurator Uli Brauchle hingewiesen. Das heißt, sowohl die an der Stuttgarter Akademie lehrende Malerin Güdemann wie der an der PH Ludwigsburg als Privatdozent wirkende Multimediakünstler Neumann sind in ihren Überzeugungen links positioniert.

     Das sieht man ihren Bildgegenständen auch an. Während die Kunstprofessorin ihre mahnenden Botschaften in großformatigen und von differenzierten Grautönen bestimmten Ölgemälden eher verschlüsselt, packt Wolfgang Neumann seine ganze, an Symbolen und Metaphern überschäumende Fantasie in einer von Dada inspirierten verwegenen Bildsprache auf die Leinwände.

   Selbstironisch macht er sich dabei zum Gegenstand. Seinen Kopf, der auf dem Kettenkarussell kreist,  hat er sich gerade bei dem Versuch abgerissen, nach bester Kung-Fu-Manier einen Bücherstapel zu spalten. Können einen da noch die Würste („Peitschenstecken“) irritieren, mit denen er Blumensträuße dekoriert? An diesen Arbeiten in der Tradition eines Neo Rauch kann man sich schon deshalb nicht satt sehen, weil sie ein einziges Bilderrätsel sind.

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   So viel zu den „Brüchen“. Den offenen und versteckten. In ihrem Doppelsinn verbrüdern sie sich mit den Blüten. Falschgeld verbreiten die beiden Künstler zwar nicht – aber Charles Baudelaires „Fleurs du mal“ (Die Blumen des Bösen) heben auf der Metaebene durchaus die Köpfe. Gerade in Güdemanns hinreißend leuchtenden roten Pflanzenbildern.

    KV-Vorsitzender Roland Hasenmüller jedenfalls kann mit Recht und zufrieden registrieren, dass sein Verein „die aktuellen Tendenzen nicht verschlafen hat“.

Info: Die Ausstellung „Brüche und Blüten“ wird am Sonntag, 15. Oktober, 11 Uhr, eröffnet. Die Kunsthistorikerin Dr. Barbara Heiig, Vorsitzende des Kunstvereins Nördlingen, führt in das Schaffen der beiden Künstler  ein. Bis 10. Dezember kann die Ausstellung Sa. 14-17 Uhr, Sonn- und Feiertag 10.30-16.30 Uhr besichtigt werden. Am Sonntag, 19. November, 11 Uhr, führen Cordula Güdemann und Wolfgang Neumann durch ihre Ausstellung.

 

Wolfgang Nußbaumer

                   

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