Blickfang für die Kulturoase

06. Okt. 2024

   Franz von Koenig hat sie einst in einem Konvolut mit anderen Zeichnungen erworben. Dies war die Voraussetzung für „ein ganz besonderes Kunst-Highlight“, zu dem Aalens OB Frederick Brütting im Schloss Fachsenfeld zahlreiche Vernissagegäste begrüßen konnte. Zu dem „Highlight“ gehören noch Werke von 19 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region, die sich mit den beiden Originalen „Nebelmorgen“ und „Gebirge im Nebel“ unter dem Thema „Landschaft“ auf künstlerisch vielfältige Weise auseinandergesetzt haben.

   Der Geschäftsführer der Stiftung, Hannes Täuber, hat in seiner Einführung daran erinnert, dass Franz von Koenig aus dem Schloss Fachsenfeld eine „Kulturoase“ machen wollte. Insofern könnte man die Friedrich-Blätter als besonders markante Palmen bezeichnen. Ihre Präsentation bildet den Anfang einer neuen Ausstellungsreihe, die regelmäßig einen Blick in die eigene Sammlung werfen soll. Dort gibt es mit zum Teil äußerst kostbaren Exponaten aus fünf Jahrhunderten wahrlich noch viel zu zeigen. Und sicher genügend Anknüpfungspunkte, um wieder heimische Kunstschaffende mit ins Boot zu holen.

19 romantische Begleiter

     Die 19, die diesmal auf den Romantiker C. D. Friedrich treffen, sind Alfred Bast, Andreas Böhm, Ulrich Brauchle, Hanne Dittrich, Martina Ebel, Artur Elmer, Rainer Enke, Christian Frumolt, Paul Groll, Rudolf Haegele, Simon Maier, Hubert Minsch, Thomas Raschke, Günther Raupp, Jessica Rühmann, Silke Schwab-Krüger, Ines Tartler, Andreas Welzenbach und Werner Zaiß.

   Fotografie funktioniert am besten im großen Format. Deshalb kommen die Annäherungen von Christian Frumolt und Rainer Enke unter anderem an den Klassiker „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ sehr gut zur Geltung. Hubert Minsch schlägt mit seiner detailfreudigen digitalen Arbeit „CDF in Upflamör“ (ein kleiner Ort bei Zwiefalten) den ironischen Bogen zu den großformatigen digitalen Objekten, die die Friedrich-Schau in der Hamburger Kunsthalle ergänzt haben. Den Gegenpol dazu hat Ines Tartler mit einer sehr naturnahen Installation geschaffen.

   Mit abstrakter digitaler Malerei ist Altmeister Artur Elmer vertreten. Im Gegensatz dazu spielt Jessica Rühmann in ihrer 20teiligen Landschaftsserie im kleinen Format mit reich bestückter analoger Palette alle möglichen Farbzustände im Wandel der Jahreszeiten durch. Dem Licht, das bei CDF eine große Rolle spielt, widmet sich Silke Schwab-Krüger in signifikanten Siebdrucken. Andreas Welzenbach und Thomas Raschke sind schlitzohrig so frei, und drehen den berühmten Wanderer einfach um. Personalisieren ihn sozusagen. Der große Friedrich blickt nach vorn. Das Signal für die Zukunft.

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   Ganz zweifellos gehört die Zukunft auch Frederik und Henrik von Wrochem. Mit zwei Sätzen aus einer Violinsonate von Edvard Grieg und einer Improvisation über ein Thema von Franz Schubert haben sie einmal mehr ihr großes Können unter Beweis gestellt. 

   Info:  Die Ausstellung ist bis Sonntag, 3. November, samstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Wolfgang Nußbaumer

(07.10. 2024)    

         

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