Das Dalkinger Limestor beschäftigt die Forschung

08. Juni 2017

Sie ist bis 4. November 2017 im Schutzhaus Limestor Dalkingen zu sehen. Prof. Dr. Claus Wolf sagte: „Ich kann Ihnen versichern, das Limestor Dalkingen wird die Forschung in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Die bereits erzielten Resultate gehören zu den herausragenden Ergebnissen der römischen Archäologie in unserem Land. Außerdem ist noch einmal klar geworden, dass der Ruinenkomplex Dalkingen zu den Denkmälern von außerordentlicher landesweiter Bedeutung gehört.“ Das Limestor bei Dalkingen wurde Schauplatz der Eröffnungsveranstaltung zum Aktionstag „Am Limes grenzenlos“.

An diesem Tag, der zeitgleich mit dem UNESCO-Welterbetag begangen wird, wurden ganztägig in vielen Gemeinden und Städten entlang des Limes Programme und Veranstaltungen angeboten. Ausrichter waren dabei Kommunen, Vereine, Privatpersonen und Museen. Regierungspräsident Wolfgang Reimer sagte bei der Eröffnungsveranstaltung: „Das Welterbeprojekt ,Grenzen des Römischen Reiches‘ und der Aktionstag ,Am Limes grenzenlos‘ können das Bewusstsein für eine gemeinsame Vergangenheit fördern, welches angesichts kultureller und religiöser Gegensätze ein Fundament für Verständnis und Miteinander sein kann. Der Limes ist ein idealer Ort, über Grenzen nachzudenken, über ihre Notwendigkeit und gegebenenfalls über ihren Widersinn.“ Die Idee für den Aktionstag mit dem richtungsweisenden Motto entstand bald nach der Ernennung des Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe 2005 im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis. 2017 fand der Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ zum sechsten Mal statt. 

Vor über 40 Jahren wurde am Limes bei Rainau-Dalkingen (Ostalbkreis) ein rätselhafter Baukomplex ausgegraben. Spuren von Türmen, Sperranlagen und Gebäuden mehrerer Bauphasen wurden gefunden; sogar die Ruine eines monumentalen Bogens, dessen Entstehung mit dem Germanenfeldzug des Kaisers Caracalla (213 n. Chr.) in Verbindung gebracht wird. Seit diesen Forschungen ist der Fundplatz als „Limestor Dalkingen“ bekannt. Das 2010 errichtete Schutzhaus aus Glas und Stahl hat dem Ort zusätzlich Attraktivität beschert.
Wie aktuelle Forschungen zeigen, steckt aber vor Ort noch mehr im Boden. Geophysikalische Prospektionen führten zum Nachweis eines 20 m x 20 m großen Kleinkastells südöstlich des Schutzhauses. Außerdem erhärtet sich die Vermutung, dass im 3. Jahrhundert kein Limestor, sondern ein Heiligtum die Höhe zwischen Röhlinger Sechta und Auerbach beherrschte. Außerdem scheint es Hinweise darauf zu geben, dass sich ein Eremit im frühen Mittelalter in die Ruinenstätte zurückgezogen haben könnte. Auf drei Bannern werden die neuen Erkenntnisse und Überlegungen präsentiert.

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