-uss

-uss

Webseite-URL:

Katie Freudenschuss

Die Kleinkunst-Saison 2019/20 startet am Donnerstag, 17. Oktober, um 20 Uhr in der Stadthalle Aalen. Katie Freudenschuss macht den Anfang mit ihrem Programm „Einfach Compli-Katie!“. In Aalen präsentiert Katie Freudenschuss ihr zweites Bühnenprogramm. Dieses ist inspiriert von einem Tagebuch aus den 50er Jahren. Intelligent, temperamentvoll und witzig stellt Freudenschuss ihre gute Beobachtungsgabe unter Beweis. Das Ergebnis ist Comedy im besten Sinne: modern und intelligent. Katie ist Absolventin des Hamburger Studiengangs für Popularmusik und Stipendiatin des Celler Förderseminars für Textschaffende in der Unterhaltungsmusik. Diet Songschreiberin, Pianistin, Sängerin und Sachensagerin spielt und singt stimmgewaltig, schlagfertig und mit großer musikalischer Vielfalt. Emotional und humorvoll improvisiert sie Texte und Musik. Auf Zuruf improvisiert sie Songs mit Lokalkolorit. An diesem Abend stellt sich die Frage: War das Leben eingentlich schon immer so kompliziert? Ein Abend über Liebe, Frauengold, 72 Jungfrauen, Melanie Trump und Rhesus-Äffchen. Karten im Vorverkauf sind in der Tourist-Information Aalen, Telefon: 07361 52-2358 erhältlich oder unter www.eventim.de (Foto: Anne de Wolff)

Jan-Hendrik Pelz

Zum 16. Mal wird die VR-Bank Ostalb im Jahr 2020 ihren Kunstpreis vergeben: an Jan-Hendrik Pelz. Der 1984 im schwäbischen Filderstadt geborene Künstler studierte von 2007 bis 2015 Malerei und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rolf Bier, Baptist Hewel, Thomas Bechinger und Christian Jankowski. Er belegte im Jahr 2012 im Rahmen eines Erasmus-Stipendiums zwei Semester an der Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW) in Basel (Schweiz). 2017 bis 2018 war er im Rahmen des "Weißenhof-Programms" der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Meisterschüler bei Christian Jankowski. Seine Werke wurden in Kunstvereinen, Galerien und Museen sowie Biennalen weltweit gezeigt; er hat sich international einen Namen geschaffen. Pelz lebt und arbeitet derzeit im Kreis Stuttgart. 

   Das künstlerische Werk von Jan-Hendrik Pelz hat die Jury des Kunstpreises der VR-Bank Ostalb insbesondere wegen der Vielseitigkeit der Medien sowie seiner hohen Aussagekraft fasziniert. Seine Arbeiten sind vorwiegend im Bereich der Ölmalerei angesiedelt. In zahlreichen Werken thematisiert er das Medium selbst oder stellt es auf die Probe. Er bewegt sich grenzüberschreitend zwischen den Medien, wobei sich Malerei und konzeptuelle Ansätze mit performativen Elementen verbinden. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist unter anderem die Suche nach Strategien neuartiger Bildfindungen; er beschäftigt sich mit der Künstlerperson als Urheber sowie der Fremdbestimmung im künstlerischen Prozess. 

   Seine Werke befassen sich mit gesellschaftlichen Prozessen. Er bindet den Stadtraum sowie dessen Bewohner ein, greift bekannte Formeln auf und verfremdet sie. Die Arbeit an den einzelnen Serien und Werkkomplexen, von denen manche in Zusammenarbeit mit einem Team entstehen, erstreckt sich oft über einen langen Zeitraum, wobei fast immer parallel an mehreren Werken gleichzeitig gearbeitet wird.

   Jan-Hendrik Pelz sucht sich immer wieder Orte für das Geschehen seiner Kunst aus, die ihn zu einer künstlerischen Auseinandersetzung anregen. So hat es ihm der Prediger in Schwäbisch Gmünd angetan, dessen Ausstellungsräume ihn nachhaltig inspirieren. - Und aktuell ist er auch in der Ausstellung "aufgeSCHLOSSen" des Kunstvereins KISS im Schloss Untergröningen mit einem "Zaubertrank" vertreten.

    Info: Der 16. Kunstpreis der VR-Bank Ostalb wird am Sonntag, 17. Mai 2020, 15:00 Uhr, im Prediger in Schwäbisch Gmünd an Jan-Hendrik Pelz vergeben. Die Preisvergabe ist mit einer Ausstellung verbunden, die zu diesem Zeitpunkt eröffnet wird. 

pm/mh

 

Mit Schaum vor dem Bug

Im frühen Herbst hat die Junge Philharmonie Ostwürttemberg unter ihrem Dirigenten Uwe Renz mehr als einen Hauch von Wiener Neujahrskonzert durch die Ellwanger Stadtkirche geblasen.

Kein Sprung ins Leere

2019 ist ein Jubiläumsjahr. Besonders rund für alles, was vor 50 Jahren geschehen ist. 1969 haben die „Beatles“ mit ihrem elften Studioalbum „Abbey Road“ das Ende der „Fab Four“ eingeläutet. Von nun werden sie getrennte Wege gehen.

   „Keiner wagt ihn – den Sprung ins Leere. Wir alle wagen nur den ins Fastleere. Jeder lebt für sich und betreibt seine eigene Philosophie, getragen von Unfreiheit.“ So beginnt der aus heutiger Sicht argumentativ recht einfach und larmoyant gestrickte Text zu der 1969 unter dem Label der 1971 eingestellten hippen Zeitschrift „twen“ erschienenen LP „Off 2 Hallucinations“. Mit dem Untertitel „Psychedelic Underground“ beschwört sie die befreiende Wirkung der „Psychomusic“ als weitaus weniger schädlichen Ersatz für psychotoxische Substanzen wie LSD, die einen in einen „Freiheitstraum“ entführen (können). Zum Einsatz kommen Bands wie „MC 5“, „The Holy Modal Rounders“, „Rhinoceros“, „Earth Opera“, „The Incredible String Band“ und „The Doors“, um nur einige zu nennen.

   Ebenfalls 1969 treten im Flecken White Lake im Bundesstaat New York 70 Kilometer südwestlich von Woodstock vor geschätzten 400.000 entspannten Fans 32 Bands und Sängerinnen und Sänger auf. Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll und eine Menge anderer Musikstile zeigen überzeugend Wirkung. Im fernen Vietnam hat ein Jahr zuvor Amerikas Army durch das Massaker von My Lai nicht nur das Gesicht sondern letztlich auch den Krieg gegen den kommunistischen Norden verloren. Vor diesem düsteren Hintergrund gilt das Festival auch als eine riesige friedliche Demonstration gegen diesen Krieg, der die Nation spaltet.

   Dass es in Woodstock stattgefunden hat, liegt an Bob Dylan. „His Bobness“ hatte bei dem kleinen Ort einen Motorradunfall und blieb dort gleich zur Regeneration. Das ideale Zugpferd für ein großes Festival denkt sich ein Veranstalter, klopft bei dem vom Folk- zum Rockstar mutierten Poeten an – und holt sich eine barsche Abfuhr. Einer der wie in „Playboys and Playgirls“ gegen „wahnsinnige Kriegstreiberparolen“, „Kommunistenjäger“ und „Rassenhetzer“ ansingt, den muss doch so eine Kulisse magnetisch anziehen, mag er überlegt haben. Falsch gedacht. Als das Mammutkonzert beginnt, hat sich Dylan schon längst vom Acker gemacht. Dieser Mann lässt sich nicht instrumentalisieren.

   50 Jahre sind seitdem vergangen. Welche Musik hat mich in diesen fünf Jahrzehnten begleitet? Vom Cover einer meiner ersten Langspielplatten blickt mich der junge Bob Dylan mit prüfender Skepsis an, „Highway 61 Revisited“. An dieser Straße, an der auch sein Geburtsort Duluth liegt, haben einige der größten Blues-Legenden gelebt. Einige davon sind ebenfalls in meiner Plattensammlung gelandet. „Like a Rolling Stone“, einer der großen Hits dieser Scheibe, führt einen zwangsläufig zu den „Rolling Stones“. Zuvor stehen die Pilzköpfe aus Liverpool auf der Liste meiner musikalischen Begehrlichkeiten. Mit der „ungehobelten“ Jagger-Truppe werde ich mich erst Jahre später anfreunden, dann aber dauerhaft.

   Vor 50 Jahren ist „Easy Rider“ in die Kinos gekommen. Peter Fonda und Denis Hopper machen als Wyatt und Billy auf ihren Harleys mit dem Kokain-Schmuggel ein wenig Kohle, bis die beiden von den „bodenständigen“ Insassen eines Pickups, denen die Langhaarigen zuwider sind, über den Haufen geschossen werden. Der Soundtrack zu dem Film ist legendär. „Steppenwolf“, „The Byrds“, „The Jimi Hendrix Experience“, „Fraternity of Man“, „The Electric Prunes“, „Smith“, Roger McGuinn und „The Holy Modal Rounders“ treffen sich auf der LP wieder. Das glatte Gegenteil dazu begegnet mir mit dem Trio „Taste“. Den Iren scheint mit ihrem kantigen Bluesrock die Zukunft zu gehören – bis Rory Gallagher im September 1970 aussteigt. „Suzanne“ und „Marianne“ versüßen die Zeit zwischen Tag und Traum - Leonard Cohen sei Dank. Mit dem symphonisch beginnenden „April“ sind „Deep Purple“ bis heute treue Weggefährten. „Pink Floyd“, „Crosby, Stills, Nash & Young“, Alexis Korner, Eric Clapton, Bruce Springsteen, Mark Knopfler mit seinen „Dire Straits“, „Blood, Sweat & Tears“ und viele andere sind dazugekommen.

    Selbst welche aus dem „Ländle“. 1972 gründen Uwe Karpa und Matthias Ulmer in Stuttgart ein Quartett geeignet, das mit seinem „Progressive Rock“ auf der Ostalb Stammgast gewesen ist - „Anyone’s Daughter“.  1986 löst sich die Band auf; zur Jahrtausendwende kommt’s zu einer Wiedervereinigung. 2018 erscheint die Platte „Living the Future“. Immer noch dabei mit Keyboard und Stimme: Matthias Ulmer.

   Zum Schluss blicke  ich nochmals weit in die Vergangenheit zurück. Zu einem Doppelalbum mit echt stylischem Cover. Aufgenommen wurde es „am Totensonntag anno 1977 zwischen 8.45 Uhr morgens und 3 Uhr in der Nacht bei Scheune-Records in (D-7081) Westhausen“. „Mohren Skiffle“ nannte sich diese erlesene Truppe aus Aalen, die Ohrwürmer wie „Franz war Japanese“, „Fußpilz“, „Blue Ridge Mountains“ und andere Traditionals in Rillen gepresst hat. Die Besetzung liest sich als ein „Who is Who“ der damaligen Musikszene der Kreisstadt: Dimitrij Tramba (Geige, Gitarre, Banjo), Gabi Hailer (Geige, Flöte, Mandoline, Gesang, Glockenspiel), Ernst Hehr (Geige, Gitarre, Banjo, Mandoline, Glockenspiel, Gesang), Jürgen „Buddha“ Ziegelbauer (Gitarre, 5-String-Banjo, Gesang), Wolfgang „Yogi“ Pösselt (Washboard, Percussion, Gesang, Geräusche), Ray „Gondel“ Contrael (T-Bass, Gitarre, Spoons, Gesang, Geräusche). – Im Blick auf die eingangs angestimmte Klage, dass keiner den Sprung ins Leere wage, also den Mut zum Risiko zeige, das Freiheit mit sich bringt, bleibt mir nur noch, die „Mohren Skiffle“ mit diesem Prädikat zu würdigen: Weniger Leere war nie!

Wolfgang Nußbaumer 

        

Der Mann hat den Bogen 'raus

Vor der Bücherwand im Wohnzimmer liegt ein Bogen - zum Schießen, nicht zum Geige spielen. Josef Lehmann spielt Gitarre und Akkordeon. „So a bissle“, meint der hoch gewachsene Mann bescheiden.

Konstantin Wecker

In der Reihe „wortgewaltig 2020“ tritt Konstantin Wecker am 6. März 2020 um 20 Uhr in der Stadthalle Aalen auf.

Diesen RSS-Feed abonnieren