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Streicherchor gut in Form

Von England nach Italien hat das „Cultura Kammerorchester Heidenheim“ sein großes Publikum bei einem Benefizkonzert für das Hospiz St. Anna Samstagnachmittag im Festsaal der Anna-Schwestern in Ellwangen musikalisch mitgenommen.

Weiden – die gepfählte Stadt

Bunte Farben empfangen den Besucher an diesem kalten Novembertag in Weiden. Ein Bild wie Milch und Honig. Eingebettet in eine weite Landschaft, die sich inmitten der Oberpfälzer Alb und des Oberpfälzer Waldes erstreckt. Eine heitere Stadt. Eine heitere Stadt?

Aus der Gegenwart lernen

In zehn Kapiteln analysiert Sascha Lobo unsere komplexe Gegenwart. Seine zentrale Botschaft: Verharren wir nicht in Schockstarre. Setzen wir uns aktiv und proaktiv mit den Herausforderungen auseinander. Einfache Lösungen gibt es nicht. Doch blicken wir den Themen Digitalisierung und Globalisierung möglichst unvoreingenommen ins Auge. 

Der 44jährige Autor mit der roten Irokesenfrisur, seinem Markenzeichen, fächert seine zehn Lehren mit Humor und Hintergrundrecherche kurzweilig auf. Ein spannendes Sachbuch, das dabei hilft, unsere Gegenwart besser zu verstehen. Manchmal eröffnet er eine neue Perspektive auf die Geschehnisse, manchmal stellt er auch nur Zusammenhänge her. Die kurze Rekapitulation der Gastarbeiteranwerbung mitsamt späterer Rückkehrprämien spiegelt das konzeptionslose Hin und Her der Zuwanderungspolitik wider, die in der Doktrin gipfelte, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Wie die arabisch-kurdischen Clans aus dem Libanon nach Berlin eingereist sind, liest sich wie eine Kurzfassung einer verfehlten Politik und ihren sichtbar werdenden Konsequenzen.  

Wie verändert künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt? Was können Algorithmen besser als Menschen? Der Mensch konkurriert gegen die Maschine. Ein neues Szenario von Automatisierung tut sich auf. War es zunächst die Machine, die menschliche Handgriffe oder Erfahrungen abgeguckt hat, ist die künstliche Intelligenz um Meilenschritte weiter. Durch die lernende Mustererkennung verbessert sie sich kontinuierlich selbst und ist menschlicher Einzelerfahrung selbst eines Meisters seines Faches weit überlegen. Die künftige Arbeitswelt braucht wenige hochqualifizierte KI-Sprezialisten und eine Heerschar wenig qualifizierter Handlanger. Die Firma Kuka (heute in chinesischer Hand) hat es vorgemacht. Einfache Handgriffe können kostengünstig an Behindertenwerkstätten ausgelagert werden. Was bedeutet Arbeit denn in einer hochtechnologisierten Welt? Für Lobo ist sie „die Suche nach produktiver Erfüllung mit der Mindestanforderung, dabei nicht zu verhungern“. 

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz ist überall auf dem Vormarsch. Gesichtserkennung, Gangerkennung  - der menschliche Gang ist wie der Fingerabdruck ganz individuell - , das Auftreten von spezifischen Merkmalen an bestimmten Orten wird von der niederländischen Polizei bereits genutzt zur Verbrechensprävention. Prognostik bedeutet um eine Nasenlänge vorne dran zu sein. Amazon nutzt sie, um seine in der Nähe der künftigen Besteller liegenden Warenlager entsprechend aufzufüllen. Daneben spielt die Mathematik mit dem Problem des Handlungsreisenden für die Logistik eine entscheidende Rolle. „In welcher Reihenfolge muss ein Bote die Lieferorte besuchen, damit der Anfangspunkt der Endpunkt ist, kein Punkt zweimal besucht wird und die Strecke möglichst kurz bleibt?“

Die PLATTFORM-Ökonomie entfaltet eine ungeheure Marktmacht. Eine Plattform ist eine digitale Infrastruktur, auf der zwei oder mehr Gruppen interagieren können. Längst hat sich die unwiderstehliche Möglichkeit verselbständigt und entzieht sich dem Zugriff der Ordnungsmacht.  

Regierungen drohen den Monopolen mit dem Instrumentenkasten des 19. Jahrhunderts mit Zerschlagung oder es wird am Symptom herumgedoktert. Die fehlende Regulierung zeigt sich in den Aporien der EU-Steuergesetzgebung. Der Fortschritt der Technik revolutioniert die Gesellschaft. Sascha Lobo macht deutlich, dass Politik und Gesellschaft im 21. Jahrhundert mit den Antworten des 20. Jahrhunderts hoffnungslos unterlegen sind. 

Die Medizin hat unsere DNA entschlüsselt. Nicht nur Individualisierte Medikamente auch gender- und gruppenbezogene sind nötig. Der weiße Mann taugt nicht länger als Prototyp des Menschen. Herausforderungen auf der ganzen Linie, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Ohne eine Vielzahl von Daten gibt es keinen Fortschritt in der Medizin. Doch genau das macht uns Angst, nicht vor der Wissenschaft, aber davor dass unsere persönlichen Daten in falsche Hände geraten. Wissen ist Macht - über den Menschen. Bereits heute lassen sich im Netz verfügbare Daten über eine Person ohne deren Zustimmung zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung, Alkoholproblemen oder Herzerkrankungen berechnen. Eine Stimmanalyse-Software ist in der Lage vieles über den Gesundheitszustand eines Menschen zu verraten.

Das chinesische Modell 

Am Beispiel Chinas zeigt Lobo eine sich rasant verändernde Welt. Nicht zuletzt ist der Stellenwert des Lernens in der chinesischen Bevölkerung mit ausschlaggebend. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich das Land aus massenhafter Armut und Hungersnot in eine digitale Wohlstandswelt mit wachsender Mittelschicht, Reichtumsakkumulation, allgemein verbreiteten digitalen Bezahlsystemen selbst in fahrbaren Straßenküchen (!)  und einem freizügigen Umgang mit persönlichen Daten bis zur staatlich überwachten Verhaltenskybernetik-App entwickelt, die unerwünschtes Verhalten sanktioniert. Die deutsche Schufa von 1927 stand hier übrigens Pate. Das chinesische Modell zeigt, wohin auch westliche Demokratien unterwegs sein können, langsamer zwar aber stetig. In China selbst dominiert eine uneingeschränkte Fortschrittsgläubigkeit. Das Vertrauen auf die Unbestechlichkeit der Zahlen überwiegt und lässt auf ein gerechtes System hoffen. 

Gegen den chinesischen Geschmack setzt kein Entwickler nirgends auf der Welt ein Produkt durch. Am chinesischen Massenmarkt vorbei, ist dies nicht lukrativ. 

Eine Neubewertung der Software gegenüber der Hardware hat sich in unserer digitalisierten Welt durchgesetzt. Das zeigt ein einfaches Beispiel.  Der Fotoapparat wird von der Foto-App ersetzt. Alles dreht sich um digitale Beziehungen. Daten bekommen Marktwert. Sie werden gekauft oder gehackt. Der unüberschaubaren Vielfalt der Produktangebote gegenüber ist eine rationale Kaufentscheidung überfordert. Das Bauchgefühl entscheidet. Der Markt, insbesondere der digitale Markt wird emotional aufgeladen. Drei Kriterien sind wichtig: Begeisterung, Ungeduld und Bequemlichkeit. 

Wichtige Kriterien

Begeisterung: Die Aufräumtrainerin Marie Kondo stellt nur eine Frage; „Begeistert Dich der Gegenstand?“ Wenn nicht, kann er weg. 

Ungeduld / Eile: Eine Frage stellt sich. Die Antwort wird sofort gegoogelt. Ein Melodiefetzen oder ein Musiktitel taucht auf.Der Song wird auf You-Tube unmittelbar gehört. Ein Klick weiter und der Artikel ist gekauft. Datenströme in Echtzeit zeigen den Trend an. Wichtig ist weniger der aktuell gemessene Wert z. B. der Fieberkurve oder des Blutzuckerspiegels, sondern deren Auf- oder Abwärtsverlauf. 

Bequemlichkeit: Der Erfolg der Produkte ist dann gegeben, wenn sie das Leben vereinfachen. Eine selbsterklärende Benutzeroberfläche ist entscheidend für Kauf und Nutzerfreude. Selbst der aufgeklärte Nutzer, der verhindern will, dass seine persönlichen Daten ohne Not über seine Geräte übermittelt und ausgewertet werden, gibt irgendwann auf und kapituliert vor den Voreinstellungen.  Wer über die Voreinstellungen eines technischen Produktes entscheidet, gewinnt Macht und erhält Informationen über Nutzergewohnheiten. „Nudging“, ein kleiner Anstoß wird der Versuch genannt, erwünschtes Verhalten zu generieren. 

Drei bedrohliche Szenarien beunruhigen in unterschiedlichem Maße die öffentlichen Meinung. Das Klima und dessen rasante irreversible Veränderung, die Umwelt und gravierende die Lebensgrundlage zerstörende Verschmutzung durch Plastik in den Meeren und Kontaminieren der Böden, die industrielle nicht artgerechte Massentierhaltung und nicht zuletzt die Migration, deren Routen durch digitale Information  ständig aktualisiert werden. 

Hoffnungsvoll dagegen stimmt Lobo eine informierte Jugend, die lautstark und beharrlich eine lethargische Politik und gleichgültige Öffentlichkeit auf die sich abzeichnende Katastrophe aufmerksam macht. Die auch bereit ist, ihr Verhalten zu ändern.

Lobo zeigt auf, daß die Öffentlichkeit fast immer falsch einschätze, was digital möglich ist und was nicht, wo in Zukunft Bedrohungen lauern und wo nicht. Das führe leider auch politisch häufig dazu, dass Phantome bekämpft werden, während schwierige, ambivalente oder gefährliche reale Entwicklungen kaum beachtet würden. 

Eine lohnende Lektüre auf 320 Seiten mit vielen eingängigen Beispielen und Vergleichen.

Kiepenheuer & Witsch 22 €.

 

Helga Widmaier

"Waterloo" mit ABBA-GOLD

ABBA ist Retro, ABBA ist zeitlos, ABBA ist hochaktuell - und als furiose Live-Inszenierung durch „ABBA-GOLD – The Concert Show“ am Mittwoch, 5. Februar 2020, um 20 Uhr in Aalen in der Stadthalle in einer ganz besonderen Show zu erleben.

"Der kleine Lord"

„Der kleine Lord“ kommt in der Weihnachtszeit auf die Bühne des Theaterrings Aalen. Am Donnerstag, 12. Dezember, gastiert die Münchner Bühne A.gon in der Stadthalle. Die Aufführung für die ganze Familie beginnt um 19 Uhr. Die zeitlose Geschichte ist Kult in der Vorweihnachtszeit, ob als Film oder auf den Theaterbühnen. Nach dem Roman von Frances Hodgson hat Gabriele Misch das Libretto geschrieben, die Musik stammt von Günter Edin, Inszenierung: Stefan Zimmermann. Das Stück spielt im New York des 19. Jahrhunderts: Cedric Errol ist ein fröhlicher Junge, der in bescheidenen Verhältnissen bei seiner Mutter aufwächst. Durch den frühen Tod seines Vaters wird Cedric aus seinem gewohnten Leben herausgerissen und hinaufkatapultiert in die Höhen der englischen Aristokratie. Sein mürrischer und hartherziger Großvater möchte aus dem Enkel einen Erben in seinem Geiste machen – den kleinen Lord Fauntleroy. Doch die Lehrstunden verlaufen ganz anders als erwartet. Cedric knackt im Nu die harte Schale des Großvaters und entlockt ihm nie gezeigte Wesenszüge wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und Großherzigkeit. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Info Aalen, Reichsstädter Str. 1, Telefon: 07361 52-2358 oder unter www.reservix.de

 

Barbershop-Musik aus Schweden

Vier herausragende Sänger aus Schweden wollen am Sonntag, 15. Dezember, 20 Uhr, in der Stadthalle Aalen das Kleinkunstpublikum in festliche Stimmungversetzen.

"Irish Heart" - Angelo Kelly

Im Sommer 2020 werden Angelo Kelly, seine Frau Kira und ihre Kinder das Publikum auf eine musikalische Reise auf die Grüne Insel mitnehmen. Am Sonntag, 23. August, bringen sie um 19 Uhr den Irischen Sommer in Heidenheim im Brenzpark auf die Bühne. Mit traditionellen - aber vor allem auch neuen Songs vom Erfolgsalbum "Irish Heart" -  werden sie dem Publikum "ihr" Irland musikalisch präsentieren. Angelo Kelly wuchs als jüngster Spross der weltberühmten Kelly Family auf und wurde mit ihnen zum absoluten Superstar. Heute steht er selbst mit seiner Frau Kira und den gemeinsamen fünf Kindern auf der Bühne und berührt mit ihrer Musik die nächste Generation. „Angelo Kelly & Family“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit und begeistert Fans und Medien gleichermaßen. Ihr aktuelles Album „Irish Heart“ stieg auf Platz 2 der deutschen Albumcharts ein, ihre letzte Tournee war restlos ausverkauft! Bei der Irish Summer Tour wird die Familie von irischen Musikern unterstützt, die im Laufe der Jahre zu einem Teil der Familie geworden sind, alles einzigartige Charaktere, die ihre Instrumente wie kein anderer beherrschen und die Stimmung eines Irish Pubs auf die Open Air Bühnen zaubern. Karten gibt es im Vorverkauf in Heidenheim im Pressehaus, der Tourist Information, Activ Reisen und beim Naturtheater e.V., bei den Geschäftsstellen der Tageszeitungen, online auf swp.de/ticketshop und bei allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen.Ticket Hotline 07321/3274910

"The 12 Tenors" in Aalen

"The 12 Tenors", das sind 12 internationale Topsänger, 12 einzigartige Stimmen, 12 Jahre auf Tournee. Auf ihrer großen Jubiläumstournee sind sie am Samstag, 1. Februar 2020, um 20 Uhr auch wieder in Aalen in der Stadthalle zu sehen und vor allem zu hören. Aufwändige Arrangements von den bekanntesten klassischen Arien und Operetten aller Zeiten, von Balladen, die zu Welthits wurden und von Rock-und Pophymnen, die Geschichte schrieben, erwarten die Besucherinnen und Besucher. Begleitet von einer hochkarätigen Band und umrahmt von einer spektakulären Lichtshow fasziniert das stimmgewaltige Ensemble international sein Publikum. Ob in China, Japan, Südkorea oder Europa, die 12 TENORS sind international und in allen Genres zu Hause!

   Info: Karten für das Konzert der "12 Tenors" gibt es in Aalen beim RMS Reisebüro, beim WZ Ticketservice und der Tourist Information, in Schwäbisch Gmünd beim i-Punkt, in Heidenheim beim Ticketshop im Pressehaus und bei den weiteren bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.provinztour.com. Ticket Hotline 07361/6735.

Mit Schaum vor dem Bug

Im frühen Herbst hat die Junge Philharmonie Ostwürttemberg unter ihrem Dirigenten Uwe Renz mehr als einen Hauch von Wiener Neujahrskonzert durch die Ellwanger Stadtkirche geblasen.

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