In der Burg glüht Parsons Sound Empfehlung

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Gut drauf Alan Parsons Project am Ende des Konzerts auf Schloss Kapfenburg. Gut drauf Alan Parsons Project am Ende des Konzerts auf Schloss Kapfenburg. Foto: Gerd Keydell/Schloss Kapfenburg

In seiner frühen Jugend hat er noch die Beatles und andere frühe Rockgrößen abgemischt. Später hat sich Alan Parsons gesagt, warum nicht meinen eigenen Sound basteln.

   Zuerst im Studio mit legendären Konzeptalben, weil sein Cocktail kaum „live“ gemixt werden konnte. Er hat getüftelt, die richtigen Leute gefunden für seine ausgeklügelten harmonischen Ausflüge – und jetzt beim Kapfenburg-Festival mit fünf Gitarrencracks, einem perfekt schlagfertigen Drummer und einem für die sinfonischen Klangteppiche zuständigen Keyboarder zum Abschluss dem Publikum Beine gemacht. Wer bei Parsons nicht in Bewegung gerät, muss bereits verblichen sein.

     Im Unterschied zum angerauten Zucker-Bäcker am Tag zuvor steht der mächtige Brite mit seiner Crew pünktlich auf der Bühne. Erst nach zwei Stunden und einem seiner vielen Hits, die quasi nebenbei entstanden sind, „Eye in the sky“, wird er die Gitarre aus der Hand legen. Zuvor haben die acht Supermusiker die Burg spektakulärer Feuerwerke um ein weiteres, wohl temperiertes, bereichert. Wo anfangen, wo aufhören in diesem Mix aus zupackendem Rock, der im Nichts verhaucht und zum Weinen schönen Balladen, die einen in die Waberlohe infernalischer Klangkatarakte werfen. Richard Wagnerbombast für Parsonianer auf dem grünen Hügel der Ostalb.

      Dabei braucht es nur diese acht Mann, um einen Tag nach der Jahrtausend-Mondfinsternis das musikalische Universum im Sauseschritt zu durchqueren. An Bord des „Falken“ befinden sich neben Kapitän Parsons der begnadete Vorsänger PJ Olsson, Guy Erez am Bass, Danny Thompson am Schlagzeug, Tom Brooks an den Keyboards, Todd Cooper auf Saxophon und Gitarre, Dan Tracey, Gitarre und Jeff Kollman an der Leadgitarre. Dass sie alle singen können wie die Lerchen ist selbstverständlich. „Step by Step“ lassen sie die musikalischen Perlen durch die flinken Finger gleiten. Mal vollgriffig, mal differenziert. Denn einer, der in seinem bunten Wams über allen thront, hat das Sagen: „I Robot“.

     Doch er lässt alle mal ran, wobei Sänger Olsson („The Voice“) mit seiner eher tenoralen Stimme in dieser epischen Hitparade die süffigen Sehnsuchtsbojen setzt. Wenn die Scheinwerfer dann ihre Girlanden über die hoch ragenden Mauern der Hochburg streuen und die Kapelle das traumhaft schöne „Old and Wise“ anstimmt, ist das Glück vollkommen. 

Wolfgang Nußbaumer

 

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