Mit flinken Fingern unterwegs Empfehlung

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Musik ist ihr Leben. In ihr fühlen sich Winfried Burr und Siegfried Klaiber so wohl wie die Fische im Wasser. Musik ist ihr Leben. In ihr fühlen sich Winfried Burr und Siegfried Klaiber so wohl wie die Fische im Wasser. Fotos: -uss

Ende Oktober vor 27 Jahren haben Burr & Klaiber ihre ersten beiden Silberscheiben eingespielt, „The 1. One“ und „World Hits“. „Ohne elektronische Effekthascherei“, liest man im Booklet.

    Ihre Musikalität schäumt immer noch über, nur die Elektronik ist mittlerweile üppig, wie man bei einem Auftritt im Pleuer-Saal von Schloss Fachsenfeld dieser Tage feststellen konnte. Gefiedelt, geklampft und gesungen haben die beiden Oldies vor den knapp 50 Zuhörerinnen und Zuhörern auf Teufel komm raus und mit Open-Air-Lautstärke. Denn geplant war das Konzert unter den Linden im Park. Vielleicht hätte sich der singende Geiger auch lieber ins Gras gelegt. „Des isch für mi Läba“, bekennt er.

    Es ist „Summertime“ – und  draußen bleibt es wider Erwarten trocken. Der Klassiker aus „Porgy and Bess“ ist nur einer von diversen Hits, die das Duo aus Heidenheim auf seiner Titelliste hat. Die meisten nehmen sie als Spielmaterial für ausgedehnte, virtuose Ausflüge in ihr nach wie vor reichhaltiges melodisches und harmonisches Universum.

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    Das Motto „Blues“, unter dem sie angetreten sind, nehmen sie nicht so bierernst. Geiger Burr lässt zwar den Bogen ab und zu in Richtung „Blue Notes“ tanzen, schöpft sich den Song voll Inbrunst aus der Kehle – doch dieses Bluesgefühl aus Melancholie, Sehnsucht und Trauer will dennoch nicht aufkommen. 

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    Bill Withers häufig gecoverter Hit aus den frühen Siebzigern „Ain’t no sunshine“ interpretiert Siegfried Klaiber mit gebremster Ausdrucksstärke. „Spinning Wheels“ von „Blood, Sweat and Tears“ funktioniert schon besser, weil der Gitarrist offenbar über 20 Finger verfügt, mit denen er das brachiale Bläserstück in Saitengewitter verwandelt. Ganz tief in der Schlagermottenkiste graben sie – mit ironischen Anklängen - „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ der „Nilsen Brothers“ aus, einem deutschen Trio aus den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts. 

    Und so spielen sich die Herren Burr und Klaiber von viel Beifall begleitet noch lange durch Hits und deutsches Liedgut.

 

Wolfgang Nußbaumer

     

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