Freude am reinen Klang Empfehlung

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Freude am reinen Klang Foto: Peter Hageneder

Orientalische Tonmalerei erklingt zur Einstimmung im Gewölbekeller von Schloss Untergröningen.

   Die Entrada al Generalife lässt die maurische Gartenkultur der Alhambra atmen. Die spanische-arabische Gestimmtheit führt Roberto Legnani weiter in der Romanza Española. Der Gitarrist im dunklen Anzug mit roter Fliege über dem weißen Hemd präsentiert stolz seine neue gerade mal zehn Wochen alte Gitarre und lässt sein Publikum teilhaben an der Freude des reinen Klanges. Spanisch geht es weiter mit dem Klassiker von Isaac Albéniz’ „Asturias“, das er mit starkem Schlussakkord beendet.

   Keltische Weisen folgen. „Sun filled the Sky“, das in der Filmmusik bekannt gewordene Motiv wird gefolgt von der sentimentalen irischen Ballade  „The Gentile Maiden on my Mind“.  Der Ausflug in die Welt der keltischen Legenden wird abgerundet von „Spatter the Dew“, wo die keltische Fairy Queen kurz vor Sonnenaufgang tanzt und den Morgentau zerstieben lässt, bevor sie in ihre „Anderswelt“ abtaucht. 

   Ein großer Raum wird eröffnet mit „La Catedral“ von Agustín Barrios Mangoré. Lässt sich nicht sogar eine Andeutung von Ewigkeit erahnen in den Sätzen Preludio Saudade, Andante Religioso und Allegro Solemne? Dem paraguayischen Komponisten schwebte der imposante Bau der Kathedrale von Montevideo vor Augen. 

   Dann verwandelt Roberto Legnani sechs verschiedene Stimmungen aus dem Leben von König David in eine musikalische Erzählung. Das Buch der Lobpreisungen ist eine Sammlung von 150 Psalmen. Die poetischen Texte enthalten versteckte Hinweise für eine Vertonung. 

   Nach der Pause greift Legnani noch einmal sein Eingangsmotiv der Alhambra auf. „Recuerdos de la Alhambra“ hat der Komponist und Gitarrist Francisco Tárrega der prachtvollen Schlossanlage von Granada gewidmet. Kleine Stücke aus Südamerika schließen sich an. Das brasilianische Prelúdio do Rio, ein Milonga aus Uruguay und ein heller Stern aus Argentinien, Estrella solitaria. 

   Zwei Tänze, eine Allemande und eine Sarabande von Dietrich Buxtehude entführen in die Welt des norddeutschen Barock. 

   Der italienische Gitarrist Mauro Giuliani verarbeitete Opernmotive von Rossini in „Le Rossiniane“. In einem kraftvollen Crescendo enden die Themenvariationen der virtuosen Gitarrenmusik im Rahmen des wireder vom Kunstverein KISS veranstalteten 18. Kunst- und Kultursommers. Das Publikum applaudiert begeistert und wird mit kleinen Romanzen von Manuel de Falla belohnt.

Helga Widmaier 

 

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