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Milder Glanz

Milder Glanz Foto: Gregor Schäfer
 
Ein ganz exklusives Matineekonzert hat Andrea Seiz in der Gmünder Villa veranstaltet.
   Das Wetter spielte mit. Das Publikum konnte den Saxofonisten von Quadro Nuevo, Mulo Francel and Friends im Freien vor der Villa Seiz erleben und zeigte sich begeistert. 
   Mit Eigenkompositionen war die Band angetreten. Mal brasilianisch inspiriert, aus der Feder des Kontrabassisten Sven Faller, mal kolumbianisch angehaucht von einer Südamerika-Reise des Saxofonisten Mulo Francel. Er hat dem letzten tragischen Inka-Herrscher Atahualpa ein Stück gewidmet oder in „La vida del señor Lorenzo“ an seine Begegnung mit einem Papageien erinnert. Im Zwiegespräch zwischen dem zwitschernden Tenorsaxofon und dem Schlagzeug von Robert Kainar amüsiert die kleine Komposition ihre Zuhörer.  
   Pianist David Gazarov hat sein Werk „Sonnenstrahl im Honigglas“ dem Jazz-Pianisten Bill Evans zugeeignet. Er lässt seine Erinnerung an sein Zuhause mit einem Tisch und dem Honigglas darauf wiederaufleben, wie der Raum vom Sonnenlicht durchflutet wird und er zum ersten Mal den Pianoklängen von Evans lauscht, was ihn in seiner Musikerkarriere beflügelt hat. Milde Sonnenstrahlen werfen ihren Glanz auf das Honigglas. Das Piano setzt das Bild in Töne. Das Saxofon fügt romantische Stimmungslinien hinzu. 
   „Südlichere Tage“ von Francel lässt träumerisch die Gedanken schweifen. „Mokka Swing“, das Titelstück der neuen CD und das Motto der Matinee lockt mit Quadro Nuevo-Sound. Der Pianist schmuggelt noch ein Tea for Two hinein. 
   Die anrührende Liebesgeschichte hinter dem Song „Laqueur“, die den Bassisten Faller zu der Komposition anregte, bewegte die Herzen. Die Liebesgeschichte seiner Großmutter fand nach 32 Jahren ein glückliches Ende. Die Naziherrschaft hatte die Verlobten auseinandergerissen. Einfühlsam zart setzten die Musiker die unglaubliche Story in die Gemüter bewegende Töne um.  
   Passend zum Ambiente in der Villa Seiz spielte die Combo als Zugabe noch eine alte amerikanische Ballade aus den 30iger Jahren „ A Country Dance was held in a Garden“.
 
Helga Widmaier
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