Die Wahrheit als Risiko Empfehlung

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Heute ist der 3. Mai, der "Tag der Pressefreiheit". Dann bin ich mal so frei und schreibe was.

   Zwar liegt Deutschland im Ranking nur knapp unter den Top Ten; im Vergleich mit anderen Demokratien wie Polen, Ungarn oder der Türkei lebe ich jedoch im Paradies. Herr Erdogan, der so gerne mal in einen Schafspelz schlüpft, wenn er von der EU im allgemeinen und von Deutschland im besonderen eine Wohltat möchte, lässt wie sein Bruder im Geiste, der ägyptische Diktator As-Sisi, gerne unbotmäßige Journalistinnen und Journalisten einsperren.

   Sobald sie ihrem Job nachgehen, also der Wahrheit in der Wirklichkeit verpflichtet sind, erklärt der Sultan von Konstantinopel sie flugs zu Terroristen und bringt sie hinter Gitter. In der Regel länger und ohne Prozess. Geduld ist des Inhaftierten erste Pflicht, denn die Justiz ist ja unabhängig; und deren Mühlen mahlen langsam aber gründlich. Deshalb fliehen immer mehr Journalisten aus ihrem Heimatland und bitten in zunehmender Zahl in Deutschland um Asyl. In Griechenland wären sie praktisch in Reichweite der türkischen Staatsgeheimpolizei. Und in Ungarn, Polen, Tschechien oder der Slowakei als verfolgte Ausländer zumindest nicht gern gesehen. 

   Hierzulande fühlen sie sich also einigermaßen in Sicherheit. Zwar hat der Osmanenherrscher in der Bundesrepublik ebenfalls seine Lauscher und Agitatoren; offene Gewalt gegen unliebsame Kritiker anzuwenden wäre allerdings zu riskant. Wie sieht es jedoch mit der verdeckten aus, die sich in erster Linie gegen Kurden richtet. Aus Erdogans Sicht sind sie ohnehin Terroristen, die er sogar in Syrien verfolgt.

   Nun wollen wir hier weder die Völkerrechtsproblematik noch jene der Natozugehörigkeit erörtern. Wir fragen ganz einfach, wie sich die Gläubigen der DITIB-Moschee in Aalen (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.) zur massiven Einschränkung der Pressefreiheit und zu anderen Menschenrechtsverletzungen in der Türkei stellen. Immerhin wird sie als staatliche Institution vom türkischen Innenministerium alimentiert. Ich fürchte, dass sie diesen Vorwürfen ähnlich gegenüber steht wie dem Völkermord an den Armeniern. Alles nicht wahr, eine böswillige Mär.

Wolfgang Nußbaumer          

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