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Mitreißend schön

Mitreißend schön
Mitreißend schön hat das Coelner Barockorchester in die Klangwelt des 17. und 18. Jahrhunderts entführt.
   Der 31. Gschwender Musikwinter präsentierte sein 3. Klassikkonzert in der trauten Atmosphäre der Evangelischen Kirche. Das auf alte Musik spezialisierte Orchester stellte den herausragenden Komponisten des italienischen Barock in den Mittelpunkt seines Programms, Antonio Vivaldi. Mit „La tempesta di mare“ erreichten die Kölner den Höhepunkt des Abends. Stürmische Wellen, brausende Winde, ein Gewittersturm mit Blitz und Donner ließen die Streicher und die halsbrecherischen Auf- und Abwärtsbewegungen der Blockflöte über den geschützten Kirchenraum hereinbrechen. Keineswegs beängstigend, eher kraftvoll spritzig im Allegro beruhigte sich der Sturm im Largo, um dann wieder erneut Fahrt aufzunehmen im Presto.
   Im Wechsel mit Vivaldis Konzerten stand Georg Philipp Telemann auf dem Programm. Sein D-Dur-Concerto mit den vier Sätzen Andante, Vivace, Largo und Allegro brachte die Traversflöte ins Ensemble. Ihr samtweicher Sound spazierte virtuos über den Klangteppich, den die Streicher, die Laute und das Cembalo ausgelegt hatten.
   In kleiner Besetzung mit Cembalo (Natalia Spehl), Cello (Candela Gómez Bonet), Violine ( Justyna Skatulnik) und Laute (Klaus Mader) wurde Vivaldis C-Dur Trio Interpretiert. Das ist eines von Vivaldis drei Stücken, in denen er die Laute ins Zentrum rückt. Im abschließenden Allegro jubelt dann wieder die Geige.
   In Telemanns Triosonate a-Moll interpretieren Yves Ytier, Geige, Soshi Nishimura, Kontrabass, neben Cembalo und Laute die Sätze Largo, Vivace, Affetuoso und Allegro. Hinzu kommt die Blockflöte von Daniel Rothert.
   Zwei weniger bekannte Komponisten hatte das Barockorchester ins Programm aufgenommen. Den Beginn markierte die Sinfonia zur Oper „Pallade et Marie“ einer venezianischen Komponistin. Von ihr, Maria Margaritha Grimani, weiß man nur, dass  sie im 18. Jahrhundert gelebt hat. Ihre Oper allerdings wurde in Wien uraufgeführt. Damit kam in der Musikstadt Wien erstmals das Werk einer Komponistin zur Aufführung. 
   Mit Carl Rosier würdigten die Kölner ihren Landsmann. Seine Sonata verlangt eigentlich einen Trompeter neben den Streichern. Doch Trompete erschien dem Barockorchester dann doch etwas zu fremd im Klangkörper. So ersetzten sie die Trompete mit der Flöte.  Die Canzona und die Sarabande dominierte die Piccoloflöte, den ruhigeren Tanz Allemande die Blockflöte. Rosier (1640 -1725) übrigens hatte in seiner Zeit ebenfalls ein Barockorchester gegründet.
   Das spielfreudige Ensemble mit Daniel Lind an der Viola bedankte sich beim begeistert applaudieren Publikum natürlich mit einer kleinen Zugabe, nochmals kam die Piccoloflöte ins Spiel.
 
Helga Widmaier
 
 
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