Prunk-Schwert

 Das alamannische Goldgriffschwert aus Villingendorf, Grab 58, ist das Objekt des Monats Januar im Alamannenmuseum Das alamannische Goldgriffschwert aus Villingendorf, Grab 58, ist das Objekt des Monats Januar im Alamannenmuseum (Foto: Museum)

Das Kunstwerk des Monats Januar 2018 im Alamannenmuseum Ellwangen ist ein Goldgriffschwert aus Villingendorf, Grab 58.

Prunkschwerter mit Goldgriffen waren ab der Mitte des 5. Jahrhunderts ein Rangabzeichen hochstehender Amtsträger und Gefolgsleuten der alamannischen Kriegsherren. Sie wurden in einem eng begrenzten Gebiet zwischen Basel, Ulm und Wiesbaden, meist in Gräbern, gefunden. Das Goldgriffschwert von Villingendorf bei Rottweil wurde 1996 im Grab eines reichen Mannes entdeckt. Die an der Schwertscheide befestigte Schwertperle sollte offenbar deren Träger schützen. In Grab 58 fand sich auch eine silbertauschierte Schnalle, eine Tasche mit Inhalt, ein Messer sowie zwei Pfeile, eine Lanze und ein kleines Gefäß aus dem seltenen Zinn. Vermutlich ist das in unmittelbarer Nachbarschaft gefundene Pferd mit kostbarem Zaum- und Sattelzeug diesem Mann zuzurechnen. Solche Goldgriffschwerter sind als Statussymbole anzusehen, denn mit ihrem dünnen Goldblechüberzug waren die Griffe nicht zum Kampf geeignet. Bisher sind erst 19 Exemplare bekanntgeworden, die sich besonders häufig am mittleren und oberen Neckar fanden. Ein Exemplar wurde auch 1653 im Grab des 481 oder 482 gestorbenen Merowingerkönigs Childerich im belgischen Tournai gefunden.

Info:  Öffnungszeiten Di-Fr 14-17 Uhr, Sa, So 13-17 Uhr sowie nach Vereinbarung

 

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