Eine Augenweide

Eine Augenweide
Was wäre eine Weihnachtszeit ohne einen Klassiker von Tschaikowsky? Das russische Staatsballett gastierte mit dem Ballett „Schwanensee“ im Congreß-Centrum Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd.
    Präsentiert wurde Spitzentanz vom Feinsten in der Tradition der russischen Ballettschulen, die dem großen Tänzer Rudolf Nurejew huldigen. Die virtuose Technik und Bühnenpräsenz der männlichen Tänzer verkörperten grandios Ildar Manjapow in der Starrolle des Prinzen Siegfried. Nicht ganz so fordernd, nichtsdestoweniger großartig war die Rolle des bösen Zauberers Rotbart in der Besetzung mit Sergey Bikbulatow. In der Rolle des Hofnarren im schwarz-weißen Harlekinskostüm tat sich Andrej Brynzew mit gewaltigen Sprüngen hervor. Als Gaukler und Herold sorgte er für die Unterhaltung der Gäste am königlichen Hofe.
    Die Königin wünscht, dass sich ihr Sohn Prinz Siegfried eine Braut erwählt. Dazu schmeißt sie ein rauschendes Fest, zu dem die schönen Debütantinnen antanzen. Doch scheint ihm keine so richtig zu gefallen. Hat er sich doch kurz zuvor auf der Jagd im Walde in eine Prinzessin verguckt, die als Schwan verzaubert  nur nachts ihre menschliche Gestalt annehmen darf. Sie und ihre Gespielinnen stehen unter der Fuchtel des bösen Zauberers. Der Prinz lädt sie auf sein Fest ein.
   Das Bühnenbild wechselt von Wald und idyllischem See zum Schlosssaal mit großen gotischen Fenstern. Großartige Tanzeinlagen, neapolitanisch, russisch und spanisch unterhalten das Publikum - im Ballsaal wie im großen Saal des Stadtgartens. Zur mitreißenden Tanzmusik gibt es anmutige Pas de deux, de trois et quatre. Die Hofgesellschaft tanzt eine Mazurka. Das Fest ist schon fortgeschritten, als ein hochmögender Gast angekündigt wird. Verkleidet als Ritter tritt der böse Zauberer auf, in Begleitung seiner Tochter Odile, der er äußerlich die Züge der Schwanenprinzessin Odette verliehen hat. Der Prinz lässt sich täuschen von der bezaubernden Odile im reizenden schwarzen Kostüm. Erst nach dem Heiratsversprechen bemerkt er seinen Irrtum. Er eilt zum See, wo er eine todunglückliche am Boden zerstörte Odette in der Pose des sterbenden Schwans vorfindet. Er bittet um Verzeihung, die ihm gewährt wird.
     Bedrohliche Musik kündigt den Zauberer an, der seine Herrschaft bedroht sieht. Es kommt zum Zweikampf. Der Prinz besiegt den Widersacher und erlöst die Prinzessin. Die Doppelrolle Odette/Odile wurde glänzend interpretiert von Gulsina Mawljukasowa. Das Schwanenballett und die Tanzdarbietungen waren eine Augenweide, die weit mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.  Die Musik dazu kam von der CD, manchmal etwas zu laut und schrill. 
wid
 
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