Globe-Eröffnung verschoben Empfehlung

So wird das neue Globe nach seiner Fertigstellung aussehen. So wird das neue Globe nach seiner Fertigstellung aussehen. Illustration: Stadt Schwäbisch Hall, Fachbereich Planen und Bauen / Freilichtspiele Schwäbisch Hal

Der Bau des neuen "Globe" in Schwäbisch Hall hat seit dem Baubeginn Mitte Mai gute Fortschritte gemacht.

   Schon jetzt lässt die prägnante Spielstätte erkennen, dass sie eine städtebauliche und kulturelle Bereicherung für Schwäbisch Hall sein wird. Rund 70 Prozent der Arbeiten sind bereits vergeben. „Die Betonarbeiten für den Rohbau werden Anfang Dezember fertiggestellt sein“, berichtet Projektleiter Dieter Koch vom städtischen Hochbauamt. Unmittelbar anschließend sollten das Dach errichtet und die Fassade montiert werden, damit der Innenausbau über den Winter geschützt abgewickelt werden kann.

   Nun wird es bei dem zeitlich eng getakteten Bauprojekt jedoch zu einer Verzögerung im Ablaufplan kommen. Der geplante Eröffnungstermin zum Ende der Freilichtspielesaison im August 2018 kann nicht eingehalten werden. „Die durch die florierende Baukonjunktur angespannte Marktlage schlägt sich auch im Bauprojekt Globe nieder“, erklärt Erster Bürgermeister Peter Klink. „Noch bis August lag das Bauprojekt nach Vergabe von 50 Prozent der Leistungen im Kostenrahmen von 7,5 Mio. Euro“, berichtet Projektleiter Koch. In der Folge sei es bei den wichtigen Gewerken für Dach und Fassade sowie der Konstruktion des Zuschauerraumes allerdings zu deutlichen Preissteigerungen gekommen. Zu diesem Zeitpunkt waren die beteiligten Planer und die Bauverwaltung noch zuversichtlich, durch Vergabeeinsparungen bei den noch anstehenden Gewerken die entstandene Kostensteigerung von ca. acht Prozent ausgleichen oder zumindest stoppen zu können. Die Freilichtspiele hätten diese Steigerung noch aus eigener Kraft finanzieren können.

   Zum Jahresende stiegen die Angebotspreise jedoch noch einmal dramatisch an. Eine nachvollziehbare Angebotssituation war bei einigen Gewerken nicht mehr zu erkennen. Projektleiter Koch verdeutlicht diese schwierige Situation an einem Beispiel: „In einem Fall lag der erstplatzierte Anbieter 41.000 Euro über den kalkulierten Kosten von 330.000 Euro, die Zweit- und Drittbieter lagen jedoch bereits 292.000 Euro und 424.000 Euro darüber.“

   Nach einer aktualisierten Kostenschätzung liegen die zu erwartenden Gesamtkosten nun bei rund 8,6 Mio. Euro statt der ursprünglich geschätzten 7,5 Mio. Euro. „Aufgrund der unsicheren Marktlage müssen wir jedoch einen weiteren Puffer von 5 Prozent hinzukalkulieren“, rechnet Koch vor, so dass nun von einem Kostenrahmen von möglicherweise 9 Mio. Euro ausgegangen werden müsse. „Preisverhandlungen, wie bei privaten Bauvorhaben üblich, sind bei der Vergabe durch die öffentliche Hand nicht zulässig“, macht er deutlich.

   Deshalb habe man sich für eine Verlängerung der Bauzeit entschieden. Der Abschluss der Baumaßnahme soll jedoch noch im Jahr 2018 erfolgen. Dadurch können die Fachplaner bei zu hohen Angebotspreisen im Vergleich zu den Kostenberechnungen Alternativplanungen entwickeln sowie günstigere Ausführungsvarianten vorlegen. Zudem erhalten die Firmen mehr Zeit für Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und Ausführung.

   Dass dies erforderlich ist, zeigen auch die jüngsten Informationen zu den Gewerken Dach und Fassade. Hier haben die beauftragten Firmen zeitliche Verzögerungen um sieben bzw. vier Wochen angekündigt. Somit kann die ursprüngliche Planung, die Baustelle für die Ausbaugewerke winterfest zu machen, nicht aufrecht erhalten werden.

   Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall, die bereits in den Vorbereitungen für eine Eröffnung des Neuen Globes im August 2018 waren, trifft diese Entwicklung natürlich hart. Dennoch unterstützen auch Intendant Christian Doll und Geschäftsführerin Jutta Parpart die Entscheidung der Stadt. „Wir bitten deshalb den Gemeinderat, das Projekt weiter zu unterstützen. Wir haben Lust auf dieses Haus im Herzen der Stadt und wollen dafür werben, dass es als ein zentraler Kulturort Schwäbisch Halls vom Publikum und der Bevölkerung angenommen und getragen wird,“ unterstreicht Parpart. „Hier entsteht etwas Besonderes und Schönes mit großem Potenzial für die Zukunft für alle Haller Bürger“, ist sich Doll sicher.

pm

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