Brückner im Februar

Brückner im Februar

Lena Stolze und Christian Brückner sollten ursprünglich am Freitag, 24. November, beim Gschwender Musikwinter aus dem Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan lesen.  Diese Veranstaltung ist auf Sonntag, 18. Februar, 2018, 18 Uhr verschoben worden.

   Der legendäre Zug Nummer 76, der früher ganz Mitteleuropa durchquerte, fährt in sechs Stunden von Lwiw, dem alten Lemberg, in die Bukowina, nach Czernowitz. Die Stadt ist eine Kultur- Reliquie, in der es einmal mehr Buchläden als Bäckereien gegeben hat und mehr Dichter als Bankangestellte. 1920 wurde Paul Celan hier geboren, einer der bedeutendsten deutschen Lyriker nach dem Krieg. Die Ermordung seiner Eltern durch die Nazis hat sein Leben wie sein Werk geprägt; und doch wollte er seine Gedichte nicht auf das Thema Judenverfolgung reduziert sehen. 1948 hatte er in Wien Ingeborg Bachmann kennengelernt, das Fräuleinwunder der Literaturszene in den 50er Jahren. Die Liebesbeziehung der Tochter eines nationalsozialistischen Schuldirektors mit dem Sohn jüdischer Holocaust-Opfer war von Anfang an so leidenschaftlich wie schwierig, wirkt selbst wie eine literarische Fiktion. Die Briefe der beiden Dichter sind das bewegende Zeugnis zweier Menschen, die einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten.

   Christian Brückner und Lena Stolze lesen aus dem Briefwechsel. Eine Idealbesetzung. Der große Rezitator und die in Wien aufgewachsene Schauspielerin. Lena Stolze war Ensemblemitglied an der Berliner Volksbühne, am Wiener Burgtheater, am Residenztheater München. Einem großen Kinopublikum ist sie seit ihrer Hauptrolle im Film "Die Weiße Rose" bekannt, für die sie mit dem Bundefilmpreis ausgezeichnet wurde. Fast zwanzig Jahre lang kämpften Ingeborg Bachmann und Paul Celan um ihre Liebe und Freundschaft. "Atemloser und verzweifelter", schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, "haben zwei Liebende kaum je um Worte gerungen".

 

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