Drei Generationen Baumhauer Empfehlung
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OB Richard Arnold und die beiden Künstlerinnen Monika und Regina Baumhauer vorneweg, betreten die Vernissagegäste die Ausstellungsräume.
Fotos: -uss
2026 feiert das Museum im Prediger seinen 150. Geburtstag. Vorfreude auf dieses Jubiläum als ältestes Kunstgewerbemuseum im deutschen Südwesten weckt bereits die Ausstellung „Drei Generationen Baumhauer“.
Sie ist am Sonntagvormittag vor voll besetztem Saal eröffnet worden. Ein Beweis, wie sehr diese Künstlerfamilie in der Stadtgesellschaft der Stauferstadt Schwäbisch Gmünd verwurzelt ist.
Für Oberbürgermeister Richard Arnold ist diese Vernissage „ein großer Gmünder Moment“. Einen weiteren kündigt er mit einer Ausstellung über das Schaffen als Bernstein- und Elfenbeinschneider von Christoph und Johann Michael Maucher, die beide in Gmünd das Licht der Welt erblickt haben, im Barock an. Doch bevor eine große Vergangenheit im Museum einzieht, verdient Kunst der Gegenwart großes Publikumsinteresse. Museumsleiter Dr. Max Tillmann will mit den beiden Ausstellungen den ideellen und materiellen Inhalt seines Hauses würdigen. Regionale und internationale Resonanz sieht er bei Christoph Maucher mit dessen Wirken einst in Danzig gegeben und bei Regina Baumhauer mit ihren Schaffensjahren in New York.
Zur Präsentation der Baumhauerkunst merkt Tillmann an, man habe viel Wert darauf gelegt, „den Kunstwerken Raum und Luft zu lassen“. Das bedeutet, sich in der Zahl der Exponate zu beschränken und vor allem für das Schaffen exemplarische Stücke zu berücksichtigen. Die Grafiken und Zeichnungen des Großvaters, der nach der Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg als selbstständiger Designer sein kärgliches Brot verdient hat, dürften schon deshalb große Aufmerksamkeit finden, weil sie noch nie öffentlich gezeigt worden sind. Sie vermitteln eine Ahnung davon, dass Alois Baumhauer sein Kunstgen weitergegeben hat, wie Tillmann mutmaßt. Neben seinen figurativen Arbeiten weist vor allem die atmosphärisch dichte Zeichnung „Blick auf den Stuifen“ auf eine handwerklich und gestalterisch hohe Potenz hin.

Vernissagegäste vor einer Wand mit Malerei von Regina Baumhauer.
Die ehemalige Leiterin des Museums, Dr. Monika Boosen, charakterisiert kurz und prägnant Leben und Schaffen von Opa, Vater und Enkelinnen. Alle vier beschäftigen sich mit der menschlichen Figur. Sepp Baumhauer und seine Töchter haben daneben auch namhafte Arbeiten für den kirchlichen Raum geschaffen. Die mit Sinn für innere und gestalterische Zusammenhänge und Kontraste gehängte und platzierte Schau der Exponate vermittelt eine beachtliche Vielfalt an künstlerischen Handschriften. Monika Baumhauers Skulpturen und Gemälde zeigen, dass sie sich vom Schaffen des Vaters und der jüngeren Schwester hat inspirieren lassen. Sepp Baumhauers plastische Werke künden von einem bildhauerischen Monolithen. Und dass jeder gute Bildhauer auch ein begabter Zeichner ist, wird ebenfalls dokumentiert.
Regina Baumhauer kennt man vor allem als Malerin, die dem Medium neue Perspektiven eröffnet hat. Ihre „Open letters“ haben mit ihren historischen und gesellschaftlichen Bezügen ikonografischen Charakter. Die kleinformatigen Modelle eines Kreuzweges weisen sie auch als sensible Bildhauerin aus.
Ansonsten gilt für alle Besucherinnen und Besucher dieser weitgespannten Werkschau, was Regina Baumhauer über ihr Empfinden bei der Vernissage gesagt hat, die von dem Pianisten Alexander Konrad musikalisch akzentuiert worden ist: „Wir können uns glücklich schätzen, hier zu sein.“
Info: Die Ausstellung ist bis 26. Juli 2026 Di-Fr 14-17 Uhr, Sa/So/Feiertage 11-17 Uhr geöffnet; www.museum-galerie-fabrik.de
Wolfgang Nußbaumer.
(01.12.2025)