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Kathrin Rank erläutert im "Artist-Talk" mit Petra Lottje, Susanne Roewer und der KV-Vorsitzenden Ines Mangold-Walter das Ausstellungskonzept der drei Künstlerinnen.
Fotos: -uss
„Jeder Raum ist ein Gesamtkunstwerk“, schwärmt die Vorsitzende des Kunstvereins Aalen, Ines Mangold-Walter, angesichts der Arbeiten dreier Künstlerinnen aus Berlin.
Petra Lottje, Kathrin Rank und Susanne Roewer haben die Räume auf drei Etagen für ihre Ausstellung "ELEMENTAR" selbst mit Malerei, Skulptur, Zeichnung und Video gestaltet.
Für das kunstvolle Ergebnis hat die Malerin Kathrin Rank eine einfache Erklärung: „Wir arbeiten wahnsinnig gut zusammen“. Das ist alles andere als selbstverständlich. Bildende Künstlerinnen und Künstler sind in der Regel Einzelkämpfer. Was ihre Kunst betrifft, sind sie es auch in diesem Fall. Weil jedoch die Kommunikation funktioniert und die Chemie stimmt, können sie ihre so unterschiedlichen Werke zu einem spannungsvollen Ganzen kombinieren.
Gibt es einen roten Faden? Was sagen die drei Frauen bei der Vernissage. Kathrin Rank legt Wert darauf, dass ihre zumeist großformatigen Arbeiten „keine Ideologie der Romantik“ vertreten. Obwohl einem bei einigen Werken wegen der dominierenden Gestalten über dem Wellenmeer Caspar David Friedrich in den Sinn kommt. Sie verfügt über eine breite Palette, wobei die besten Stücke die farblich reduzierten sind.
Petra Lottje „hat es ganz leicht. Papier ist immer da.“ Ihr Werkstoff ist auch ganz leicht. Deshalb kann sie raumgreifende Collagen damit schaffen. Durchaus mit kleinen technischen Mängeln. Aber das ist Absicht. Perfektion könnte von der Botschaft der „kleinen Augenblicke“ ablenken, die sich in den Arbeiten verbergen. Wie Ines Mangold kann man in den häufig ironisch grundierten Zeichnungen „ganz viel Emotionalität“ erkennen. Prototypen dafür sind ihre Märchenfiguren, gezeichnet mit Acryl auf Papier.

Zwei Werke von Susanne Roewer. "Gulliver horizontal" mit Gestell steht vor dem Werk "Navigation in the Waters of Reason" (Farbe auf Autoblech).
Susanne Roewer betont, dass sie alle keine Konzeptkunst im Sinn haben. Ihre eigenen Arbeiten „müssen in sich funktionieren“. Wie das „Lichtpendel“ auf Etage 3. Die Frau, die auch Eisen im Brennofen schmilzt, um es in Kunst zu recyclen, hat offensichtlich ein Faible für technische Konstruktionen. Gerne kombiniert sie auch Metall und Glas. Ein Bronzebein balanciert auf den Zehenspitzen eine Glasform (im 1. Stock). In ihren so unterschiedliche Arbeiten kann man viel hintergründigen Witz entdecken. Ein Metallteil hämmert gegen einen Türrahmen, eine Leuchte mit zappelndem Lichtstrahl nervt.
Doch man kann sich im gleichen Raum auf Etage 4 mit einer großen Videoinstallation („Butterfly“) von Petra Lottje beruhigen, die zwei Schmetterlinge über die Leinwand gaukeln lässt. Im Gegensatz zu diesen beiden bewegt sich das Paar auf der Videoinstallation „Timecode“ ganz langsam aufeinander zu. Es lohnt, sich diesem emotionalen Prozess anzuvertrauen. Nach dem Gang durch die Ausstellung stimmt man Kathrin Rank ohne Abstriche zu: „Wir haben Stimmungsräume geschaffen“.
Info: Die Ausstellung ist bis 1. Februar 2026 Mi 14-17, Do 18-19, Fr/Sa/So/Feiertag 10.30-17 Uhr geöffnet. Am 16. Januar ist eine Märchenstunde mit Ute Hommel und einer weiteren Erzählerin geplant.
Wolfgang Nußbaumer
(30.11.2025)