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Lachen hoch zwei im Doppelpack

Matthias Berg reißt seine Zuhörer mit (Foto: asaw) Matthias Berg reißt seine Zuhörer mit (Foto: asaw)

Einen Infotainment-Abend der besonderen Art erlebten die Zuhörer im Gmünder Congress-Centrum Stadtgarten.

Im Doppelpack traten ein erfolgreicher Lebenskünstler und ein Kabarettist mit Migrationshintergrund auf. Geht das denn, dass ein Motivationstrainer - noch dazu mit Handicap und ein Humorist hintereinander einen langen Abend bestreiten und das Publikum begeistern?
Es geht. Unglaublichen Spaß hatten die vielen Besucher mit beiden zunächst unvereinbar scheinenden Programmen. Matthias Berg stellte sein Leben vor. Wie eine Chartkurve präsentierte er kurzweilig, eindrucksvoll und immer mit einem Schuss Humor sein Leben mit den unglaublichen Erfolgen und Rückschlägen. „Mach was draus“ war das Motto seines Vortrags und zugleich auch sein Lebensmotto.

lachen hoch zwei02Berg schilderte anschaulich, wie er mit seiner Behinderung als Contergan-Kind zurechtgekommen ist und wie er mit den Reaktionen darauf aus seiner Umwelt umgegangen ist. Als Teenager fuhr er mit dem  Zug zum Musikunterricht nach Freiburg. Neugierig blickten die Passagiere auf seine kurzen Ärmchen mit den drei Fingern und schauten sofort verlegen weg, wenn ihr Blick bemerkt wurde. „Der erste Reflex Neugierde wird augenblicklich beschämt überlagert durch das anerzogene Verhalten „Wegsehen““. Spannend wie ein Krimiautor erzählt er von der schweigenden Tortur und seinem angestrengten Aus-dem-Fenster-gucken auf diesen Bahnfahrten. Bis zu einer überraschenden Wende. Die gegenübersitzende Frau wich seinem Blick nicht aus. Aus dem Blickkontakt wurde ein Lächeln und die Frau stellte ihm Fragen. Von da ab suchte er Blickkontakt und probierte es mit Lächeln und dieses wurde erwidert.
Proaktiv hat er sein Leben in die Hand genommen. Er hat Erfolge als Hornist, wo er zu den besten seiner Zunft gehört. Er ist aktiver Sportler, der bei den Paralympics sowohl im Winter- als auch im Sommersport aufs Treppchen gestiegen ist. Darüberhinaus ist er studierter Jurist, der als solcher Karriere gemacht hat. Da steht er auf der Bühne und stellt sich selbstironisch als Landesbeamter, der er war, vor in seiner Arbeitskluft einem „kleinkarierten“ Hemd.


Was ist aber nun sein Erfolgsrezept? Selbst einem so begabten Menschen ist der Erfolg nicht in die Wiege gelegt. Entscheidend sei der Wille. „Ein bisschen Wollen genügt nicht“. Dann eine klare Zielvorstellung, wo will ich hin? Aufs Treppchen! Auf die Bühne! Ein Buch schreiben! Und dann - anpacken, loslegen. Auf Schwäbisch „et schwätze  - mache“. Eigentlich ganz einfach - oder? Realistisch beschreibt er die Verhinderungsgründe am Beispiel des Schuppenaufräumens. Halbherzig legt man das Brettchen, das man eigentlich nicht braucht, von links nach rechts, später wieder von rechts nach links. Der Wiedererkennungseffekt beim Publikum löst Heiterkeit aus.


Kurzweilig und voller authentischer Lebensweisheiten vergingen anregende anderthalb Stunden. Nach der Pause trat dann Heinrich del Core auf die Bühne. Großartige Nummern wie seine Wanderhoden oder das Deutsch seines italienischen Papas brachten viele Lacher. Er kann gut erzählen und die komischen Aspekt des Alltags herausheben. Sein Best of Programm blieb allerdings an einigen Stellen etwas seicht und hinter den Erwartungen zurück. Die Kreuzfahrtstory ist ausgelutscht, der Witz bemüht. Die Zahntechnikerblödeleien wirkten etwas geschmacklos. Seine Bauherrenerlebnisse hingegen brachte er dramatisch zur Geltung. Insgesamt ein höchst vergnüglicher und lehrreicher Abend.

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