Swing, der unter die Haut geht Empfehlung

Die Swing-Maschine von Georg Ott (l.) läuft wie geschmiert. Die Swing-Maschine von Georg Ott (l.) läuft wie geschmiert. Fotos: -uss

Draußen Wind und Regen, drinnen „Moonlight Serenade".

   Wer Freitagabend im „Roten Ochsen" in Ellwangen zum Swing- Konzert des „Ostalb Jazz Orchestra" noch einen Platz ergattert hatte, war eindeutig auf der besseren Seite.

   Wer Swing sagt, denkt Glen Miller. Der legendäre Bandleader, der mit seinem Flugzeug im 2. Weltkrieg über dem Ärmelkanal verschollen ist, hat „A String of Pearls", eine Perlenkette an Titeln aufgefädelt. Aus diesem Preziosenfundus hat Gerhard Ott für seine Bigband etliche Stücke zum Funkeln gebracht. Angefangen mit besagter Perlenkette bis zum Klassiker „In the mood". Nicht zu vergessen die „Moonlight Serenade", die Thomas Baderauf der Klarinette in die Herzen singt.

   Angespornt und unter Dampf gehalten von dem kongenialen Duo aus Vormann und Schlagzeuger Niko Legoll, beherrscht großes Gebläse die Szene. Das Timing stimmt, die messerscharfe Präzision, die Kontraste zwischen entspanntem Piano und Forteattacken wie aus dem Bigband-Lehrbuch. Immer wieder huscht ein zufriedenes Lächeln über die Miene von Gerhard Ott. Der nach den vom bewährten Moderator Thomas Frindt angesagten einzelnen Titeln und den kurzen, aber prägnanten Soli aufbrandende Beifall gibt ihm Recht.

Swing2.jpeg

Tanja Gold-Hagel zeigt, dass ihre Soulstimme auch Swing kann. 

 

   Auch fünf Jahre nach dem zehnjährigen Jubiläumskonzert an gleicher Stelle sind die „Soulsista" Tanja Gold-Hagel und der „Bluesman" Norbert Botschek wieder mit von der Partie. „I've got you under my skin", verrät sie mit ihrer voluminösen kehligen Altstimme am Mikro, während ihr Gesangspartner mit „Beyond the sea" die englische Fassung eines Chansons von Charles Trenet hautnah interpretiert. Später ist er noch mit dem Hit „Mr. Bojangles“ im Dreivierteltakt und Sinatras „New York, New York" dabei.

   Viel könnte man noch rühmen. Lassen wir es bei dem Evergreen „All of me", das die beiden Vokalisten zusammen mit dem Orchester, - auch in der letzten Zugabe - in elektrisierender Höchstform zeigt.

 

Wolfgang Nußbaumer 

(15.01.23)

Mehr in dieser Kategorie: « Schlürfen, schlotzen, horchen
Nach oben

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.