Grundsteuerklärung - ganz einfach? Empfehlung

Wohl dem, der ein kleines Grundstück sein eigen nennt. Sollte darauf noch ein Eigenheim stehen, schadet das nichts.

   Mit dieser beruhigenden Erkenntnis sind sicher viele der Besucherinnen und Besucher einer Veranstaltung zur Grundsteuererklärung unlängst in der Ellwanger Stadthalle nach Hause gegangen.

   Warum es zu dieser Aufklärung gekommen ist, hat das Bundesverfassungsgericht zu verantworten. Die obersten Richter hatten am 10. April 2018 in einem Urteil festgestellt, dass die Bewertung der Grundstücke für Zwecke der Grundsteuer verfassungswidrig ist. In den alten und den neuen Bundesländern seien die Einheitswerte zu unterschiedlich. An deren Stelle tritt nun der Grundsteuerwert. Wirksam wird die neue Berechnung erst am 1. Januar 2025. Die Betroffenen haben also noch etwas Zeit. Und noch eine gute Nachricht. Die Bürger sollen nicht mehr belastet werden. Abgeben muss die neue Erklärung nur, wer am 1. Januar 2022 Besitzer eines Grundstücks gewesen ist.

   Eigentlich sollte sie zum 31. Oktober 2022 den Finanzämtern vorliegen. Und eigentlich sollte sie elektronisch über das System „Elster“ erfolgen. Doch die „Elster“ wollte zunächst nicht richtig fliegen. Deshalb darf man sich noch bis ins Frühjahr 2023 Zeit lassen, bevor das Finanzamt Verspätungszuschläge verlangt. Wer keine Möglichkeit zur elektronischen Abgabe hat, kann zum Papierformular greifen. Das muss er allerdings persönlich bei der Behörde abholen. Runterladen ist nicht möglich, wie die Steuerberaterin Julia Opferkuch von der Kanzlei Prof. Dr. Baumann + Partner mbB auf Nachfrage aus dem Publikum erklärt. Die Abgabe auf Papier sei ja nicht erwünscht.

   Welche Informationen werden für die Erklärung benötigt?

   1. Aktenzeichen Einheitswert/FA; 2. Angaben zum Grundstückseigentümer (z.B. Name des Eigentümers, Anschrift, Steuernummer, Steueridentifikationsnummer...); 3. Eigentumsverhältnisse; 4. Lage des Grundstücks; 5. Gemarkung, Flur, Flur- und Flurstücksnummer; 6. Fläche des Grundstücks; 7. Bodenrichtwert Grund und Boden; 8. Nutzungsart des Grundstücks (Wohnen/Nichtwohnen).

   Die erforderlichen Informationen erhält man zum Beispiel durch das Informationsschreiben vom Finanzamt, in dem die Grundsteuererklärung angefordert wurde; durch den Kaufvertrag; durch den aktuellen Einheitswertbescheid oder durch den Grundbuchauszug.  Der Grundbuchauszug kann online beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden; z.B. für Grundstücke in Ellwangen ist das Amtsgericht Schwäbisch Gmünd zuständig.

   Wer bei der angeblich ganz einfach auszufüllenden Erklärung an seine Grenzen gerät, kann zum Telefon greifen und bei Alfons Fischer in der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Gutachterausschusses Nördlicher Ostalbkreis im Ellwanger Rathaus anrufen (Tel. 07961/84229). Weitere hilfreiche Infos erhält man im Internet auf www.gutachterausschuesse-bw.de; bei wem die Verhältnisse komplizierter liegen, sollte einen Steuerberater konsultieren.

     Und nun starten wir zum Erklärungsflug mit „Mein Elster“. Viel Glück!

Wolfgang Nußbaumer 

  

Letzte Änderung amMittwoch, 21 September 2022 17:33
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