Im Sturm erobert Empfehlung

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Ein eingespieltes Duo: Maria Sturm und ihre Klavierpartnerin Maria-Pilar Pereira. Ein eingespieltes Duo: Maria Sturm und ihre Klavierpartnerin Maria-Pilar Pereira. Foto: -uss

Eigentlich wollte Maria Sturm gleich nach ihrem Masterexamen mit ihrem Euphonium ein Konzert in ihrer Heimatstadt Ellwangen geben.

   Möglich gemacht hat es nun der „Sommer in der Stadt“. Im voll besetzten Vortragssaal des Palais‘ Adelmann hat sie zusammen mit ihrer Klavierpartnerin Maria-Pilar Pereira ein klangliches Blumenbukett überreicht.

   „Flowers“ heißt die erste Blüte der 29-Jährigen. Wie viele andere aus ihrer eigenen Feder. Sie weiß, wozu sie mit ihrem hierzulande ungewöhnlichen Instrument in der Lage ist. Bekannt ist diese Mischung aus Horn und Tuba auch als „Infanteriecello“. Das passt zu der Virtuosin, die darauf wie die Feuerwehr loslegen kann wie in der „Fantasia di Concerto“ des Italieners Eduardo Boccalari. Übersetzt aus dem Griechischen heißt das Euphonium „wohlklingend“. Harmonische Melodik bestimmt denn auch dieses Konzert. Nur einmal schreit das Instrument abgründig tief auf. Als Maria Sturm ihrer Empfindung der Flutkatastrophe im Ahrtal packenden Ausdruck verleiht. Es ist auch der einzige Moment, in dem die familiäre Atmosphäre kurz und kollektiv den Atem anhält.

   Viele Fans, Verwandte und Bekannte der sympathischen jungen Frau sitzen im Saal. Ihre Ansagen macht sie unbekümmert schwäbelnd. Und die Pianistin mit den irisch-argentinischen Wurzeln macht auch keinen sprachlichen Hehl daraus, dass sie in Vorarlberg an der Musikschule Feldkirch unterrichtet. Ganz unprätentiös also dieser Auftritt. Im Zentrum steht die Musik. Engagierte Musik. Zu den mit leiser Wehmut unterfütterten drei Sätzen von „Pax in terra“ (Friede auf Erden) hat sie der Ukrainekrieg inspiriert. „Hoffnung ist eine Flamme, die nie erlischt“, erklärt sie dazu - und damit auch ihr offensichtlich von Mut, Offenheit und Selbstbewusstsein getragenes eigenes Selbstverständnis. Dazu passen die tänzerischen Variationen über das patriotische „Rule, Britannia!“, die inoffizielle Nationalhymne Großbritanniens.

   Wenn die Bläserin eine Verschnaufpause braucht, kann die Pianistin ihr breit gefächertes Können zeigen. Von Johann Sebastian Bach, über den prägenden italienischen Komponisten Alfredo Casella und die hochbegabte Mendelssohn-Bartholdy-Schwester Fanny Hensel bis zu dem angesagten Südkoreaner Yiruma.

   Das letzte Stück ist, wen wundert’s, wieder aus ihrer eigenen Feder. „By your Side“, eine Pop-Ballade zum Träumen. Als Zugabe kredenzen die beiden Künstlerinnen einen „Cuba libre“. Süffig wie das ganze Konzert!  

 

Wolfgang Nußbaumer

(04.08.2022)     

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