Perfekter Bläserglanz Empfehlung

  • geschrieben von 
  • Gelesen 58 mal
Die Klänge funkeln wie das Blech. Die Klänge funkeln wie das Blech. Foto: -uss

Einmal mehr hat sich die schon barocke Klangpracht eines Blechbläserensembles im barocken Raum der Ellwanger Stadtkirche klangvoll entfaltet.

   Offensichtlich hat dieses Quintett hier eine große Fangemeinde, denn die Bank- und Stuhlreihen waren beim sonntäglichen Konzert von „Classic Brass“ bis auf den letzten Platz besetzt.

   Mit dem „Rondeau“ des barocken französischen Komponisten Jean Joseph Mouret aus dessen „Suite de Symphonies“ schreiten die fünf Bläser bis vor den Altar. Dort werden sie sich in ihrem rund zweistündigen Programm durch die Musikgeschichte bis in die Gegenwart blasen. Ein Ohrwurm gleich Johann Sebastian Bachs „Arioso“. Der Gründer des Ensembles, Jürgen Gröblehner, intoniert das Largo – „eines meiner Lieblingsstücke“ – voller Hingabe.

   Die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ glänzt in der Interpretation durch den zweiten Trompeter Zoltán Nagy höhenrein und so glatt poliert wie die Instrumente. Für Vivaldis „Winter“ greift der junge Posaunist Szabolcs Horváth zum Tenorhorn. In seiner gefühlvollen Intensität ein Highlight im Programm. Zumal noch blauer Himmel und Sonnenstrahlen durch die hohen Fenster in den Chorraum blicken. Die Atmosphäre des frühen Abends verträgt sich sehr gut mit dem Titel der neuen CD „Morgenstimmung“. Sie ist als Resultat zahlreicher Proben in der konzertlosen Pandemiezeit entstanden, wie Gröblehner mitteilt. Das Proben hat sich gelohnt. Das hört man beim fulminanten Querschnitt durch Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“.

   Ein Bravourstück für Trompeter ist „Der Karneval von Venedig“ des französischen Kornettisten Jean Baptiste Arban. Im „Classic Brass“-Arrangement dürfen indes alle fünf Bläser mal ran – mit viel intonatorischem Augenzwinkern. Nicht nur dank des kernigen ungarischen Tubaspielers Roland Krem ein echter Spaß.

Classic1.JPG

 

   „Favorites of Music“ hat das Quintett sein Programm überschrieben. Da darf natürlich die „Habanera“ aus Bizets Carmen nicht fehlen. Feurig dargeboten. Garanten sind die drei Ungarn. Doch auch das Medley aus Peter Tschaikowskis Ballettmusik „Schwanensee“ geizt nicht mit Temperament. Auch hier fügen die Brassisten mit gestopften Instrumenten eine weitere Klangfarbe hinzu.

   In dem vom Tangorhythmus differenziert geprägten „Yo soy María“ aus Astor Piazzollas Oper „Maria de Buenos Aires“ geraten die famosen Bläser allerdings an die Grenzen des akustisch schwierigen Kirchenraumes. Die Transparenz leidet.

   Etwas jazziges Feeling bringt der von Szabolcs Horváth auf der Posaune „gesungene“ Hit von Barbra Streisand „The Way We Were“ aus der Feder des mit diversen Preisen ausgezeichneten amerikanischen Film- und Musicalkomponisten Marvin Hamlisch ins Geschehen. Mit einem Potpourri aus deutschen Volksliedern als Kontrapunkt beenden die fünf Bläser ihr offizielles Programm.

   Für die „Standing Ovations“ bedankt sich das Ensemble mit dem Hit „Auf in den Kampf, Torero“ aus „Carmen“ und dem von Johannes Brahms vertonten Schlaflied „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Wem da nicht vor Glück schon die Augen zufallen…?

   Jürgen Gröblehner hat noch angekündigt, dass er mit seinem Ensemble am Montag nach dem 4. Advent wieder in der Stadtkirche auftreten wird.

Wolfgang Nußbaumer   

 

Mehr in dieser Kategorie: « Mit Schaum vor dem Bug
Nach oben

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.