Eine wahre Freude für alle Empfehlung

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 Mit jugendlicher Frische hat das Kollektiv aus Ulm unter der Leitung von Sebastian Gunkel musiziert. Mit jugendlicher Frische hat das Kollektiv aus Ulm unter der Leitung von Sebastian Gunkel musiziert. Foto: -uss

„Hier kann Musik wachsen und gedeihen“ hat der neue Akademiedirektor Moritz von Woellwarth zu Beginn des Konzert Sonntagnachmittag auf Schloss Kapfenburg festgestellt. Prächtig gediehen ist die Musik beim Probenaufenthalt des Jungen Orchester Kollektivs Ulm. Davon zeugt der brausende Applaus des Publikums.

     Corona bedingt ist die Zahl des Auditoriums im Konzertsaal ebenso überschaubar, wie jene der Musici. Zu dem verschlankten Streicherchor gesellen sich in Richard Wagners „Siegfried Idyll“ noch etliche Bläser, um die differenzierten Klangfarben angemessen zu kolorieren. 

     Eröffnet hat das Programm ein Bläserquintett mit Franz Danzis Quintett in B-Dur. Makellos geblasen von den Instrumentalisten beiderlei Geschlechts. Auf den vielversprechenden Auftakt folgt ein Ohrwurm aus Norwegen. Edward Griegs „Holberg Suite“. Die aus Ulm und Umgebung kommenden Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten halten die tänzerische Grundstimmung beherzt durch. Was auch dem geschmeidig fließenden Dirigat ihres jungen Leiters Sebastian Gunkel geschuldet ist. Immer wieder suchen die Musikanten den Blickkontakt mit ihrem Dirigenten. Daraus entsteht ein intim-vertrautes Musizieren, das vor allem in der düsteren Dramatik des Andante religioso stimmungsvollen Ausdruck findet. Allerdings stößt der Streicherchor in den langsamen Passagen vor allem im Piano an seine intonatorischen Grenzen.

    Wagners „Siegfried Idyll“ erweist sich erwartungsgemäß als große Herausforderung an dynamisches Vermögen und sauberes musizieren. Unterm Strich kann man mit dem Zusammenspiel zufrieden sein. Nach einer kurzen Einspielphase klappt das Spiel mit den Dissonanzen, die sich harmonisch auflösen, mit der Klimax des Forte und dem huschenden Piano richtig gut. Schließlich badet das Gehör in der sanften Dünung eines bergenden Klangmeeres.

    „Es ist eine wahre Freude, wieder zusammen musizieren zu dürfen“, hatte zu Beginn eine der jungen Musikerinnen mit strahlenden Augen bekannt. Es ist auch eine wahre Freude gewesen, wieder zuhören zu dürfen.

 

Wolfgang Nußbaumer     

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