Jazz Lights leuchten hell Empfehlung

Jazz Lights leuchten hell Foto: Carly Hyde

Was sich 29 Jahre lang bewährt hat, will Leitz-Chefin Dr. Cornelia Brucklacher auch beim 30-jährigen Jubiläum der „Jazz Lights“ in Oberkochen beibehalten.

   Ein „maßgeschneidertes Festival“ mit großen Namen, das auch dem Nachwuchs ein Podium gibt. Und bei dem der Blues nicht zu kurz kommt. Deshalb gesellen sich zu Matt Bianco und Nigel Kennedy das Konstantin Kölmel Projekt und „Luchterhandt & Friends“ sowie die „Hamburg Blues Band“. Mit dem Spielfilm „Miles Ahead“ über den großen Trompeter erfüllt sich Cornelia Brucklacher einen ganz persönlichen Wunsch.

   Das vom 14. bis 29. März dauernde Festival hat noch weit mehr zu bieten. Wie der Sprecher der Geschäftsführung, Jürgen Köppel, und Frau Brucklacher vor den Medien skizziert haben, warten die Schmankerl im „Kleingedruckten“. Wie der interaktive Vortrag des Saxophonisten und Professors an der Musikhochschule Stuttgart, Christian Weidner über die Seele des Jazz. Ganz nebenbei kann das Publikum dabei noch den historischen „Flammofen“ in Königsbronn kennenlernen. Mit „Flammkuchen“ hat diese „Location“ nichts zu tun.

   Mit der Förderung des musikalischen Nachwuchses jeglicher Provenienz jedoch die Internationale Musikschulakademie Schloss Kapfenburg, die seit 20 Jahren „mit im Boot ist“. Deren Direktor Erich W. Hacker, der selbst gerne zum Saxophon greift, freut sich über die Nachwuchsbands, weil sie nicht im „Mainstream“ mitschwimmen, sondern mit innovativer Neugier den Jazz auf seine Möglichkeiten abklopfen.

   Ohne Blues gäbe es keinen Jazz. Weshalb der in Heidenheim lebende Spitzengitarrist Siggi Schwarz mit breiter Brust die „Hamburg Blues Band“ ankündigen kann. Zumal das mit allen Elbewassern gewaschene Quintett neben der schottischen Rock-Röhre Maggie Bell und dem genialen jungen norwegischen Bluesgitarristen Krissy Matthews noch Altmeister Pete Brown mitbringt, der vor über 50 Jahren die Texte für „Cream“ geschrieben hat. Diesmal singt er selbst. Siggi wird natürlich auch wieder einen Workshop für Gitarreros anbieten.

   Tradition bei den „Jazz Lights“ ist der „Frühschoppen“. Am letzten Festivaltag wartet die 23-köpfige Bigband „Monday Night Orchestra“ aus dem benachbarten bayerischen Schwaben in der Mehrzweckhalle in Unterschneidheim auf die Freunde von Weißwurst und Swing und Co. 

   Aus der Nachbarschaft, allerdings aus der Giengener, kommen auch „Etta & The Houserockin‘ Nightcats“. Sie sorgen dafür, dass die Aufnahmen von Gerd Keydell, Plakate und andere optische Erinnerungsstücke der Fotoausstellung über „30 Jahre Jazz Lights“ bei der als Afterwork-Party getarnten Eröffnung im Leitz Museum nicht musikalisch trocken auf anerkennende Blicke warten.

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   Nein, wir haben die beiden „Top-Acts“ nicht vergessen. Die nach einem Kollegen von James Bond benannte britische Band um den Sänger und Songschreiber Mark Reilly, „Matt Bianco“, stellt ihr neues Album „Gravity“ vor. Zuvor hatte sie schon Hits wie „Half A Minute“ in den Charts platziert.

   Tragen wir noch Eulen nach Athen: Der Geiger Nigel Kennedy ist musikalisch ein Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz und geographisch zwischen England und Polen, wo seine Frau herkommt. In Oberkochen lässt das „Enfant terrible“ der Streicherbranche, das einst von dem legendären Jazzgeiger Stéphane Grappelli unter seine Fittiche genommen worden war,  am 28. März den Bogen fliegen. Zwar wird er vor allem Gershwin-Kompositionen spielen, spannender dürften jedoch noch Stücke aus seiner Komposition „The Magician of Lublin“ sein, die von dem epochalen Werk des jiddischen Schriftstellers Isaac Singer inspiriert worden ist.  

    Mehr Infos und die einzelnen Termine findet man auf der Website www.jazzlights.de  

 

Wolfgang Nußbaumer     

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