Streicherchor gut in Form Empfehlung

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Horst Guggenberger bedankt sich zusammen mit seinen Solistensöhnen Berthold und Roman nach Vivaldis Doppelkonzert für den verdienten Applaus. Horst Guggenberger bedankt sich zusammen mit seinen Solistensöhnen Berthold und Roman nach Vivaldis Doppelkonzert für den verdienten Applaus. Foto: -uss

Von England nach Italien hat das „Cultura Kammerorchester Heidenheim“ sein großes Publikum bei einem Benefizkonzert für das Hospiz St. Anna Samstagnachmittag im Festsaal der Anna-Schwestern in Ellwangen musikalisch mitgenommen.

   Angenehm die Zusammenstellung des Programms, fordernd, doch nicht überfordernd. Das gilt sowohl für das Ensemble als auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer.  Der hochgewachsene Leiter und Gründer des Orchesters, Horst Guggenberger,   eröffnet mit klarem, unaufgeregtem Dirigat das Konzert mit dem „Concerto grosso G-Dur“ von Georg Friedrich Händel, flutet den Saal mit Wohlbehagen durch Antonio Vivaldis Doppelkonzert für Violine, Cello und Streichorchester B-Dur, feiert mit Henry Purcells Chaconne g-Moll ein Fest der Polyphonie, erweist mit dem Weihnachtskonzert der Jahreszeit gemäß dem großen Italiener Torelli seine Reverenz und beschließt mit dem Gipfelstürmer barocker Tonschöpferkunst, Johann Sebastian Bach, die einstündige Aufführung.

   Intensivste Beachtung schenkt der schon betagte Dirigent Purcells vierstimmiger Komposition. Nachdem er die einzelnen Stimmen vorgestellt hat, erklingt das Werk des „Meisters der Polyphonie“ in Gänze. „Eine wirklich großartige Musik“ schwärmt Guggenberger. Und sein Orchester versteht es meisterlich, diese Qualität zu vermitteln.

   Vivaldis selten gespieltes Doppelkonzert fließt in breitem Strom dahin, Venedigs Canal Grande ähnlich, auf dem die Gondeln in Gestalt der Guggenbergersöhne Berthold (Violine) und Roman (Cello) in ihrer klangreinen Zwiesprache pure Freude tragen. Da passt Torellis „Weihnachtskonzert“, das er ausnahmsweise mit einer munteren Siciliana eröffnet, gut dazu.

   Für Bachs sauber musizierte Sinfonia D-Dur verstärkt der Dirigent seinen Streicherchor mit zwei Oboen und einem Fagott zu einem schönen Finale des Konzerts. Mit einem „Pastorale“ (Pifa) aus Händels „Messias“ revanchiert sich das „Cultura“ schließlich für die „Standing Ovations“.

Wolfgang Nußbaumer

 

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